Die Aosawa-Morde von Riku Onda

Wenn ich mal zu einem Kriminalroman greife, könnt ihr euch darauf verlassen, dass er nicht Mainstream ist. Kein 0815 Kommissar, der zu einem Verbrechen gerufen wird und eine junge neue Ermittlerin an seine Seite bekommt – nicht mein Stil.

Und dieser Roman hier, übersetzt aus dem Japanischen von Nora Bartels, zählt nicht nur zu den besonderen Kriminalromanen seiner Art. Sondern auch zu meinem Jahreshighlight, weil …

Die Familie Aosawa

In dem Roman dreht es sich um die, im Ort, sehr berühmte und angesehene Familie Aosawa. Eine Familie, die nicht nur reich, sondern auch sehr freundlich und großzügig war. Es gab einfach kein schlechtes Wort über sie. Jeder mochte die Aosawas.
An einem Geburtstag, an dem drei Geburtstage in der Familie zusammenfallen, wurde ein riesiges Fest veranstaltet. Die ganze Familie kam zusammen und die Kinder aus dem Ort schauten ebenfalls vorbei für die Süßigkeiten … leider zum schlechten Zeitpunkt.

Als die Kinder auf dem Fest auftraten, erlebten sie den größten Horror in ihrem Leben.

Die ganze Familie lag tot auf dem Boden, vergiftet durch Cyanid. Nur eine einzige Person schaffte es zu überleben, die blinde Tochter, die nichts von dem gelieferten Getränk getrunken hatte. 

Ungewöhnlicher Einblick in die Geschichte

So viel zum Mord, um den es sich hier dreht.
Die Autorin hat einen sehr interessanten Schreibstil und eine ungewöhnliche Idee für ihren Kriminalroman verwendet. Die Geschichte rund um den Mord wird durch Interviews erzählt. Klar, eine Befragung bei einer Ermittlung ist nichts ungewöhnliches, aber die Art, wie sie erzählt wird, ist hier besonders.

Mit jedem Kapitel startet eine Befragung und ihr hört nur die Antworten. Keine Fragen oder wer sie stellt. Nach einigen Sätzen bekommt man gut heraus, mit wem sich der Fragesteller gerade unterhält und kann erahnen, was gefragt wurde. 

Werde selbst zum Ermittler

Natürlich war ich am Anfang irritiert, aber mit jeder weiteren Seite fand ich diese Umsetzung genial und man fühlt sich dadurch selber wie ein Ermittler. Den Schreibstil selbst würde ich als klar und deutlich beschreiben, was sehr passend für die Art des Erzählens ist. Und auch sonst ist der Roman eher ruhig geschrieben, wobei man die ganze Zeit eine Spannung in der Luft spürt und anfängt in das Gesagte hineinzuinterpretieren. Sagt auch jeder die Wahrheit? Wie konnte er das so anders wahrnehmen als sie? 

So kommt man Schritt für Schritt, bzw. mit jedem Kapitel und neuer Person, dem Geschehen und der Lösung näher. Und es empfiehlt sich konzentriert zu lesen, denn in vielen Antworten stecken Hinweise und Lügen zugleich. 

Für mich ein durchaus lohnender Kriminalroman mit einer interessanten Art der Herangehensweise, die ich so noch nicht hatte und ich liebte es, mich wie ein Ermittler zu fühlen! 

Das Buch bewerte ich mit:

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