Wilde Saat von Octavia E. Butler

Habe ich das Buch nicht verstanden? Oder irgendwas wichtiges verpasst? Nach über 400 Seiten war ich mir nicht sicher, was ich von dem Buch halten sollte. Mir schien es zunächst, das ich wichtige Informationen auf dem Weg überlesen hätte, die mir so einige Entscheidungen der Protagonistin hätten erklären können, aber auch beim Nachlesen, kam ich nicht drauf, warum Anyanwu das alles mit sich machen lässt …

Inhalt: Doro ist ein Unsterblicher, der seit der Zeit der Pharaonen auf unserer Welt ist. Er beherrscht die Fähigkeit, menschliche Körper zu übernehmen, so meisterhaft, dass er nicht getötet werden kann. Seit tausend Jahren greift Doro immer wieder in die Geschicke eines kleinen afrikanischen Dorfes ein. Er entscheidet, wer mit wem Kinder zeugen darf, um so einen perfekten Menschen zu züchten. Doch eines Tages verwüsten Sklavenhändler sein Dorf und nehmen Doros »Kinder« mit in die Neue Welt. Als der Unsterbliche ihnen hinterherreist, macht er eine unglaubliche Entdeckung: Anyanwu, eine Gestaltwandlerin und Heilerin und ebenso unsterblich wie er. Sie könnte der Schlüssel zu Doros Plänen sein – doch Anyanwu hat ihre eigenen Pläne, und so beginnt ein Kampf zwischen zwei Halbgöttern, der die Zukunft der gesamten Menschheit für immer verändern wird. (Quelle: Verlag)

Der Plot

Als die Geschichte startet hat Doro schon über tausende von Menschen umgebracht, die er als Wirt nutzt und ist der Bösewicht schlechthin (keine Besserung in Sicht). Für mich war er ein Charakter, den ich mit jeder Seite nur noch abscheulicher fand. Seine Zuchtpläne beherrschen sein komplettes Leben und den Roman.
An sich dreht sich alles um ihn und Anyanwu, die er als “Mutter” für seine Kinder, bzw. Experimente nutzt. Durch Drohungen gegenüber ihren Kindern, bleibt sie an seiner Seite und folgt ihm 200 Jahre lang, bekommt ein Kind nach dem Nächsten mit seinen unterschiedlichen Gestalten und … warum alles? Wirklich warum?

Die Heldin?

Anyanwu ist ein Charakter, den ich lange brauchte um zu verstehen. Einerseits sieht sie das Böse, sieht die Fehler und das Falsche an seinen Taten. Andererseits unternimmt sie so wenig dagegen. Später merkte ich, dass sie eine Person darstellt, die immer und jeden, komme was wolle, helfen wird. Indem sie bei Doro bleibt, sagt schon alles aus.
Bis zum Ende hatte sie mich mit ihrem Verhalten enttäuscht und meiner Meinung nach, waren selbst die Nebencharaktere weiter in ihrer Entwicklung als sie.

Oft war ich kurz davor diese Spirale aus Gewalt zu verlassen, aber ich wollte den Knall lesen, wie sie ihn vernichtet und hielt bis zum Ende durch. Soviel ist gesagt, der große Knall blieb aus und ich werde erstmal kein Buch der Autorin lesen.
Noch Tage nach dem Lesen frage ich mich, was die Autorin uns mit dem Roman sagen will? Ob sie uns überhaupt was damit sagen will?

Zum Schluss

Es ist ein Science-Fiction Roman der es durchaus vermag einen zu packen und zu überraschen. Sonst hätte ich es nicht durchlesen können, aber genauso hat es mich auch frustriert. Teilweise war es, neben Zukunftsroman, ein verkehrter Liebesroman, der sich mir nicht erschließen wollte.
Ob ich womöglich mit zu großen Erwartungen rangegangen bin? Auf der Buchrückseite steht nämlich “Das große Meisterwerk einer der bedeutendsten Science-Fiction Autorinnen aller Zeiten”. Der Satz ist für mich ein halbes Kaufversprechen und ich denke, ich habe ein Buch erwartet, dass mich prägt.

Im englischsprachigen Raum gibt es sehr viele positive Meinungen zu dem Besuch, gar begeisterte Stimmen und Fans der Autorin. Daher ist es immer noch ratsam selber einen Blick ins Buch zu werfen!

Das Buch bewerte ich mit:

1

2 Kommentare

  1. 13. Dezember 2021 / 5:55

    Huhu Ani!
    Ich musste gerade doch sehr schmunzeln, denn was du da beschreibst, trifft es exakt. Nach dem Buch) und auch während des Lesens) saß ich eigentlich nur kopfschüttelnd da und fragte mich, wieso die handelnden Personen tun, was sie tun. Selbst die Zuchtpläne erschließen sich mir nur zu nem gewissen Teil und und ich dachte immer, am Ende wüsste ich es besser. =D

    Aber wir haben beide bis zum Ende durchgehalten, immerhin.

    Liebe Grüße!
    Gabriela

    • Ani
      Autor
      13. Februar 2022 / 22:35

      Liebe Gabriela,

      danke für den Kommentar! Ich hatte schon lange kein Buch mehr, wo ich so oft mein Kopf über die Personen schütteln musste – auch eine Kunst. Ja, wir können stolz auf uns sein 😉

      Viele Liebe Grüße
      Anastasia

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