Die Seherin von Troja von Jo Graham

Selten kommen aktuell historische Romane heraus, die sich noch mich dem Altertum befassen. Ich kann euch gerade mal eine Handvoll Titel nennen und für mich ist es sehr schade, da dieses Zeitalter zu meinen liebsten Settings von historischen Romanen gehört. So war ich gleich Feuer und Flamme, als das Buch von Jo Graham übersetzt wurde.

Inhalt: Mit sieben Jahren kommt Möwe, Tochter einer trojanischen Sklavin, in die Obhut der Priesterin Pythia. Diese erkennt die Gabe ihres Schützlings, ihr einst als Orakel nachzufolgen. Von nun an ist Möwe dazu ausersehen, Könige zu beraten und der Herrin der Toten zu dienen. Nach dem Tod der Priesterin wird aus Möwe, der Seherin mit den außergewöhnlichen Fähigkeiten, die neue Pythia. Als sie neun schwarze Schiffe erblickt, die auf Pylos zuhalten, nimmt ihr Leben eine dramatische Wende: Es sind der trojanische Prinz Äneas und die letzten überlebenden Männer von Troja, die die entführten Frauen ihres Volkes retten wollen. Phythia schließt sich ihnen an, denn nur sie kann das Schicksal ihres Volkes voraussagen …(Quelle: Verlag)

Bei Lesen von Die Seherin von Troja hatte ich mir viel Zeit gelassen. Jo Graham schreibt leicht, flüssig und schafft eine angenehme Atmosphäre, weswegen ich das Buch Stück für Stück genossen hatte. Mir war nicht nach Eile beim Lesen und ich wollte einfach länger in der Welt von Graham verbleiben.
Die Protagonistin Möwe lernen wir bereits als kleines Mädchen kennen, werden somit in die Welt der Seher entführt und später auf eine lange Reise über verschiedene Länder, wie das alte Ägypten.
Besonders letzteres las ich langsam, war für mich eines der spannendsten und interessantesten Punkte und ich mochte die Beschreibungen der damaligen Zeit und Gesellschaft.

Der Roman ist beruht auf der Aeneis von Vergil, bzw. wir landen in dieser Welt und in das Geschehen der Aeneis. Es ist viel freier erzählt und ich würde sagen, die Autorin hat Vergils Epos als Basis ihrer eigenen Geschichte und Charaktere genommen.
An sich verläuft die Geschichte eher in einem gemäßigten Tempo, ich war oft überzeugt, wie die Dinge gleich ausgehen werden und weniger überrascht von allem.
Auch kam meiner Meinung nach der phantastische Teil viel zu kurz, wir reden hier nämlich über eine Seherin, über Mythen und Götter – viel zu wenig Magie hier drinnen. Davon hätte ruhig mehr an jeder Stelle sein können und die Spannung war eher brodelnd da – keine wirkliche Bedrohung zu spüren.

Gelesen habe ich den Roman an sich doch gerne, wegen der interessanten Perspektive auf die historischen Aspekte, der gelungenen altertümlichen Atmosphäre und den sympathischen, eingängigen Charakteren. Daher würde ich auch das nächste Buch der Autorin in die Hand nehmen für einen lauen Sonntagnachmittag.

Das Buch bewerte ich mit:

1
Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

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