Miss Austen ermittelt – Die glücklose Hutmacherin von Jessica Bull

Das war eine richtige Freude zum Lesen, bzw. für alle Jane Austen Fans muss sich das so anfühlen. Wir haben hier nämlich einen Jane Austen – Krimi (allein schon, das ist eine Seltenheit), in dem die Autorin recht gut das Leben der berühmten Schriftstellerin mit einem fiktiven Mordfall verknüpft hat und Miss Austen ermitteln lässt.

Jane und ihre Familie

Die junge Miss Austen und ihre Familie sind hier, unter anderem, tragende Rollen bei der Handlung und die Autorin hat aus den wenigen Infos, die man hat, gut ausgebaute Charaktere gezeichnet. Sie stehen ihr hier bei, sind Gesprächspartner und teilweise verwickelt in den Kriminalfall.
Dabei hat die Autorin die realen Fakten über die Austens nur hier und da etwas biegen müssen, was in ihrem Nachwort nachzulesen ist. In dem Roman ist Jane noch 20 Jahre alt und steht ganz weit am Anfang ihrer schriftstellerischen Karriere, die wir teilweise begleiten. Man erlebt sie hier als junge, aufgeweckte Frau, die noch etwas naiv in die Welt hineinschaut, trotz scharfem Intellekt.

Die Handlung

Im Stile eines Whodunit-Kriminalromans, geschieht ein Mord auf einem Ball. Eine unbekannte Frau wird ermordet aufgefunden und ihre Anwesenheit auf der Veranstaltung, wie die Tat selbst, gibt Rätsel auf. Es liegt an Jane, die losen Stricke um sie herum zusammenzuführen. Wer war es? Welche Motive könnten dahinterstecken? Es sind viele Fragen offen und der eine oder andere geübte Krimileser könnte das Ende schnell erahnen. Für mich gab es bei der Auflösung ein paar Überraschungen.

Jane und die Liebe

Jeder Fan von Austen hat schon von Tom Lefroy gehört und spätestens seit der Verfilmung von “Geliebte, Jane” mit Anne Hathaway ist er einem ein Begriff. Es war eine Romanze von ihr, die wegen finanziellen und familiären Problemen nicht aus diesem Status heraus konnte.
Genau das wird hier ebenfalls aus Jane Austens Leben aufgegriffen und sehr gut verarbeitet, sodass man ohne Bitterkeit mit diesem Teil der Handlung abschließen kann.

Gesellschaftsbild

Besonders gut dargestellt und erklärt wird hier die damalige Zeit in Hinblick auf das Leben als Frau. Jane steht oft vor verschlossenen Türen, wenn es um ihre Ermittlungen geht und muss sich was einfallen lassen. Auch das Schicksal vieler anderer wird hier dargestellt und erläutert. Und egal, wie viele Romane ich über die Zeit gelesen habe, es gibt immer wieder was Neues zu entdecken und zu lernen. Außerdem. denke ich, dass die Autorin hier eine sehr gute Recherchearbeit geleistet hat, zu der Zeit, wie auch zu Jane und sich der Roman daher so authentisch anfühlt.

Fazit

Für mich geht dieser Kriminalroman und der Start einer neuen Serie in die Kategorie “Wohlfühlkrimi” mit literarischem Charme. Mit üppigen, wie auch genauen Beschreibungen führt die Autorin einen gekonnt in das 19. Jahrhundert ein und in die Welt von Jane Austen. Wir begleiten sie als junge angehenden Schriftstellerin (was sie noch nicht weiß) und frische Ermittlerin auf ihren Streifzügen und begegnen Personen, die leicht eine Ähnlichkeit mit bekannten Figuren aus ihren zukünftigen Romanen aufweisen.
Eine schöne, willkommene Abwechslung, auf deren Fortsetzung ich mich schon freue!

Das Buch bewerte ich mit:

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Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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