Der rote Apfel von Mi-Ae Seo

Mit koreanischen Autoren kann man mich wirklich immer Ködern. Kaum ist da ein koreanischer Name auf dem Buch, muss ich es haben. Ich habe schon so viele literarische Perlen entdeckt, okay, nicht so viele, die Literatur wird nicht gerade häufig übersetzt, aber zumindest habe ich da schon ein paar sehr gute Bücher entdeckt.
So konnte ich natürlich hier auch nicht Nein sagen, auch wenn ein Thriller out of my comfort zone ist!

Seoul, Gegenwart: Ein perfider Serienmörder hat die Stadt monatelang in Atem gehalten. Jetzt ist Lee Byongdo, der Killer mit dem zarten Gesicht, gefasst worden und wird in einer Psychiatrie verwahrt. Doch Lee schweigt. Es gibt nur einen Menschen, mit dem er bereit ist zu reden: mit der jungen Psychologin Sonkyong. Allerdings nur unter der Bedingung, dass sie ihm bei jedem Besuch einen saftigen roten Apfel mitbringt. Niemand weiß, warum er Sonkyong gewählt hat, denn beide sind sich nie begegnet. Die junge Frau willigt in das Treffen ein – ohne zu ahnen, dass sie damit einen Weg beschreitet, der sie in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele führt …

Ich sage es mal gerade heraus: Das Buch war sehr lange sehr vielversprechend.

An dem Roman fand ich gleich viele Ideen wirklich spannend. Da wäre zum einen der Serienmörder, der mit dieser einen Psychologin reden will und mit niemand anderen. Auch gibt es Kapitel aus seiner Sicht und Rückblenden, die ein gutes, bzw. gut verstörendes Bild von ihm wiedergegeben haben.

Dann ist da noch eine weitere Geschichte, die plötzlich aufkommt. Genannte Psychologin nimmt mit ihrem Mann, dessen kleine Tochter aus erster Ehe auf, deren Großeltern bei einem Brand gestorben sind.
Das Mädchen, dass bis jetzt viel Ablehnung erhalten hatte, bekommt ebenfalls einen Platz in dem Thriller und es gibt einige Kapitel aus ihrer Sicht. Auch scheint mit ihr was nicht ganz zu stimmen, wodurch selbst die Polizei sich alarmiert fühlt.

Der Stil der Autorin passt perfekt zu dem Genre Thriller, das Buch lässt sich nämlich ganz leicht weglesen und nimmt nicht viel zu viel Zeit in Anspruch. Sie versucht eher immer die Spannung zu halten und den Charakteren psychologisch auf den Grund zu gehen – ein guter Mix!

Gut 80 Prozent des Buches besteht aus hervorragenden Ideen, guter Umsetzung, intelligenten Wendungen und spannenden Charakteren.
Der Rest, bzw. das Ende, war dann im Vergleich zu allem was davor kam, eine Enttäuschung.

Am Ende fühlte ich mich ziemlich reingelegt, weil es sehr absehbar wurde und die Auflösung viel zu einfach, sodass ich mich ärgerte. Es lief so gut …

Zum schnell Weglesen ist es ein guter Thriller, er ist intelligent und fährt mit interessanten Ideen und Wendungen auf. Über den Rest lässt sich bekanntlich streiten, mich hat das Ende sehr schnell negativ gestimmt, weswegen ich in der Wertung nun so weit runter gehen muss.

Das Buch bewerte ich mit:

2
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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