Gedankenaustausch #13 | Warum ich nicht mehr alles besitzen muss

Gedankenaustausch #13  | Warum ich nicht mehr alles besitzen muss Lesezeit: 4 Minuten

Der Beitrag dreht sich hauptsächlich, wer hätte es gedacht, um Bücher und warum ich nicht mehr alles besitzen muss, wie es angefangen hat und wie es sich entwickelt hat und wie es mir dabei geht. Lese ich nun weniger? Ausgiebiger? Vorsichtiger?

Wie es begann

Es klingt nun irrwitzig, aber es hatte angefangen mit Marie Kondo.
Zuerst ging es in den Medien um aufräumen. Die Wohnungen sahen immer so fantastisch aus nach dem Ausmisten. Dann ging es darum, wie wenig wir alle brauchen. Wir leben in einer Konsumgesellschaft, können uns viel leisten, sei es Bücher, Kleidung oder Essen. Dann ging es um Nachhaltigkeit und wie es ist, so zu leben. Ab da war ich wieder sehr hellhörig, weil ich schon gut ausgemistet hatte, aber wie sollte man den Zustand halten? Nachhaltigkeit klingt da wie die perfekte Lösung. Und zum Schluss lernte ich ein neues Wort kennen. Stichwort: Minimalisten.

Minimalist!

Dass ich nie ein Minimalist werden kann, war mir gleich klar., als ich mir das ansah. Aber ich fand die Idee von “Befreiung” interessant und auch wie die Wohnung wirkt, wenn nicht alles vollgestellt ist von den ach so lebenswichtigen Dingen. Besonders beim Ausmisten ist mir aufgefallen, wie selten bis gar nicht ich manche Dinge nutze, wie z.B. in der Küche.
Ich fing also an ganz anders meine Sachen zu betrachten und das wirkte sich auch auf mein Kaufverhalten aus.

Ich habe jetzt nicht alles gleich auf den Müll gekippt, so ist das nicht, sondern angefangen die Dinge, die ich habe, mehr zu nutzen, wie das Waffeleisen (einmal im Monat, anstelle einmal im Jahr).
Früher habe ich viel Deko gekauft für meine Fotos und versuchte dann auch noch mit den Jahreszeiten mitzugehen. Heute ist es ganz anders, ich versuche das Buch wirken zu lassen auf den Bildern und meine Deko ist meistens eine meiner Pflanzen oder einfach mein Raum mit wenigen Extras.

Nur 30 Bücher?

Bei Marie Kondo in ihrem Aufräumbuch gibt es eine Stelle wo sie die Zahl 30 nennt, im Bezug auf, wie viele Bücher man daheim haben sollte. Die Zahl werde ich auch nie erreichen, aber das brachte mich dazu über mein “Bücherkonsum” nachzudenken und die Bücher in meinem Regal genauer anzuschauen.

Als ich 15 Jahre alt war hatte ich das erste Mal den “Moment”, wo ich die Hälfte in meinem Regal nicht mehr mochte, brauchte oder nie wieder lesen würde. Damals hatte ich auch sehr viel verkauft und weggegeben.
Jetzt 10 Jahre später war es wieder so weit und ich habe viele Bücher weggegeben, von denen ich auch wusste, dass ich sie nie lesen werde.
Über die Jahre hatte sich wieder einiges angesammelt und ich musste mir einfach im Klaren sein, dass kriege ich nie gelesen und will ich es überhaupt noch lesen? Manche Bücher standen seit ungefähr 6 Jahren da und wenn es mich 6 Jahre lang nicht gereizt hat, wird es mich dann noch reizen?

Außerdem hatte sich mein Geschmack wieder stark verändert, bzw. ist sogar viel breiter geworden und ich schätze heute Bücher, die ich früher nie angefasst hätte.

Der heutige Stand

Mittlerweile wohne ich mit meinem Freund zusammen, wo ich zwei große Billy-Regale habe und noch ein paar Reihen im Wohnzimmer und an der Wand. Das ist so mein Maximum aktuell, den ich noch gar nicht aufgebraucht habe. Es ist nicht wenig, wird es bestimmt nie sein, aber es ist genau richtig aktuell.
Bei meinen Eltern stehen auch noch einige, die ich erst mitnehmen werde, sobald wir eine größere Wohnung haben.

Natürlich stehen wieder viele Bücher hier im Regal, die ich noch nicht gelesen habe und von denen ich denke, dass ich sie lesen werde. Aber jetzt ist es wieder leichter ein Buch rauszuziehen und zu lesen, wenn die Menge übersichtlich ist. Klar, sie ist immernoch nicht abzuarbeiten in zwei Wochen, aber in zwei Monaten und das ist ein guter Schritt.

Kaufverhalten und die Bibliothek

Außerdem bin ich sehr vorsichtig geworden beim Kaufen, wie vorhin schon angesprochen hat sich mein Kaufverhalten verändert und ich leihe mittlerweile 80 % meiner Bücher aus der Bibliothek und wenn es mir dann richtig gut gefällt, kommt es vor (15 %), dass ich das Buch kaufe. Oft versuche ich es dann gebraucht zu kaufen um den Buch eine zweite Chance zu geben und nur ganz wichtige Neuerscheinungen werden gleich geholt (5%).

Das geht nun ungefähr seit über einem Jahr und war wirklich förderlich für mein Leseverhalten. Mit dem Leihen von Büchern habe ich viele neue Autoren kennengelernt und neue Genres für mich entdeckt. Ich mag mittlerweile französische Literatur, lese viele Romane mit gesellschaftskritischen Blick, habe auch ein paar Krimis und Thriller gelesen….alles Dinge, wo ich zweimal überlegt hätte: “Soll ich es kaufen? Soll ich es wagen, dafür Geld auszugeben? Was ist wenn es mir nicht gefällt? Ach nehme ich doch lieber das, von dem ich weiß, dass ich es mögen werde!”

Ich habe auch gemerkt, jetzt kommt die konmari-Methode, dass es mich nicht glücklich macht einen Haufen Bücher zu kaufen, von denen, da ist der wichtige Punkt, ich nicht weiß, wann ich sie lesen kann.

Oft versuche ich Bücher zu kaufen, die ich dann auch recht zeitig anfange zu lesen. Klappt natürlich nicht immer. Es macht mir auch viel mehr Spaß ein Buch zu kaufen und es dann auch gleich anzufangen…logisch.

Leihen = Nachhaltig

Das Leihen von Büchern hat viele Vorteile und hat mir geholfen viel weiter über meinen Schatten zu springen, als ich erwartet hatte. Ich habe viel kennegelernt und lerne Bücher neu wertzuschätzen!
Und ich habe gelernt, dass ich vieles gerne lese, aber nicht alles für mich so wichtig ist, dass es im Regal steht. Oft ist es ein “Einmal lesen und weg!”. Unabhängig davon ob ich es mochte. Das liegt daran, dass ich nicht oft Bücher zweimal lese und da ist, für Leser wie mich, das Leihen genau das Richtige!

Und zum Schluss: es ist nachhaltig.

P.S.: Mein Traum ist es noch immer eine eigene kleine Bibliothek zu haben, aber voll mit ausgewählten Bücher, die ich über viele Jahre gesammelt habe. 🙂

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3 Kommentare

  1. 19. Juni 2020 / 6:53

    Schönen guten Morgen!

    Ich hab deinen Beitrag heute gerne in meiner Stöberrunde verlinkt 🙂

    Liebste Grüße, Aleshanee

  2. 21. Juni 2020 / 15:36

    Hallo Ani,

    ein toller Beitrag, weil mich Marie Kondo auch zum Nachdenken gebracht hat. 😀 Und sie hat nachhaltig mein Verhalten geprägt. Ich finde es spannend, dass es dir ähnlich ergeht.

    Du kennst ja bestimmt diesen leidigen SuB? Der war bei mir auf gut 90 Bücher und dank Frau Kondo ist er auf ungefähr die Hälfte geschrumpft. Die habe ich nicht ausgemistet, sondern am Nachschub gespart. Es bleiben nur mehr Bücher im Regal, bei denen ich mir eine zweite Lektüre vorstellen kann. Ansonsten werden sie verschenkt oder ich spende sie für den Flohmarkt der Caritas.

    Bibliotheksausweis hatte ich lange. Aber unsere Bibliothek ist nicht so gut bestückt und online musste ich ständig auf die interessanten Bücher warten. Das hat nicht zu meinem Leseverhalten gepasst. Dennoch greife ich vermehrt zu eBooks, weil die günstiger sind und keinen Platz brauchen. Aber auch hier kaufe ich wohl überlegt.

    Ich nehme mir Frau Kondos Regeln zu Herzen und kaufe sehr bewusst ein bzw. versuche ich, bewusst einzukaufen. Mittlerweile überträgt sich das auf viele Lebensbereiche wie zB den Kleideschrank. Ich miste regelmäßig rigoros aus, und frage mich, was ich wirklich brauche. Minimalistin werde ich sicher keine, aber es bringt mich zu einer bewussteren Lebenseinstellung und ich ersticke nicht im Krempel. Altes wird aufgebraucht oder fast aufgebraucht bevor etwas Neues einzieht. Oder ich trenne mich von bestimmten Teilen, damit es neu ersetzt werden darf. Rückfälle sind zwar manchmal dabei, aber im Großen und Ganzen bin ich auf einem guten Weg.

    Jedenfalls danke für deinen Beitrag. Ich finde es interessant, dass es anderen ähnlich ergeht.

    Liebe Grüße & schönen Sonntag,
    Nicole

  3. 22. Juni 2020 / 7:53

    Schönen guten Morgen!

    Jetzt hab ich mal endlich Zeit, auf deinen Post zu antworten 🙂

    Diesen Aufräumwahn mit Marie Kondo hatte ich so nebenbei mitbekommen – das war aber für mich nicht wirklich relevant, weil ich das schon länger mache. Nicht so im Extremen (ich mag Extreme grundsätzlich nicht), aber ich fühle mich wohler, wenn meine Welt/Wohnung nicht so überladen ist, ich brauche Platz, Luft und Licht 🙂 Also so Nippeskram und so Zeug hab ich schon lange aussortiert, da gibt es nur noch ein paar kleine Dinge von meinen Kids und sonst eigentlich nix ^^
    Aber auch Kleidung zum Beispiel sortiere ich regelmäßig aus, dadurch ist mein Kleiderschrank zwar überschaubar, aber es sind nur Klamotten drin, die ich auch anziehe.

    Mit den Büchern war es früher so dass ich nichts weggeben wollte, hab da auch nie drüber nachgedacht: bis meine Regale zu voll wurden. Der erste Schritt war echt schwierig, aber dann war es kein Problem mehr. Bücher, die ich nicht so mochte oder mir nicht so wichtig sind, kommen weg. Sie werden entweder vertauscht, kommen in die Tauschbibliothek oder gebe ich in der Bücherei ab. Man sammelt ja als Vielleser so immens viel an mit der Zeit, da muss ich nicht alles behalten, vor allem wenns mir eh nicht gefallen hat.
    Mit neuen Büchern bin ich mittlerweile auch sehr wählerisch geworden, wobei ich wie gesagt recht konsequent bin im Ausmisten 🙂

    An sich kaufe ich sowieso wenig neues, zum einen ist eh wenig Geld da, wodurch ich eh immer sparen muss, zum anderen braucht man vieles auch einfach nicht. Mir fehlt aber auch nichts und ich freu mich dann besonders, wenn ich mir mal was gönnen kann, auch wenns was kleines ist. So lernt man die Dinge auch wieder mehr schätzen.

    Liebste Grüße, Aleshanee

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