Rezension | Hörspiel “Northanger Abbey” von Jane Austen

Wer Northanger Abbey nicht kennt, der muss vorerst wissen, dass dieser Roman von Jane Austen teilweise mit Humor zu nehmen ist. Die Autorin scherzt mit den Schauerromanen, die in der damaligen Zeit sehr beliebt waren. Das Genre hatte im 19. Jahrhundert seine Blüte und sollte Gänsehaut hervorrufen, im Sinne von junge Frau kommt einem schrecklichen Geheimnis im alten Gemäuer auf der Spur, meistens bei Nacht, während sie mit einer Kerze in einem weißen wallenden Nachtkleid umherrennt!

Gotische Abteien, gruselige Mönche, verworrene Handlungen – die junge Catherine Morland liebt Schauerromane! Sie reist mit Freunden der Familie für einige Wochen nach Bath, wo sie sich in den charmanten Henry Tilney verliebt. Als sie von dessen Schwester und deren Vater auf den Familiensitz Northanger Abbey eingeladen wird, sagt sie begeistert zu. Durch ihre sich überschlagende Phantasie manövriert sie sich dort allerdings in die eine und andere peinliche Lage…

Zuerst fangen wir mit dem Inhalt von Northanger Abbey an, einem wirklich ausgezeichneten Roman von Jane Austen, der die richtige Portion von Humor, Sarkasmus, Gesellschaftsbild und Romantik hat.
Catherine ist eine Heldin, die naiver nicht hätte sein können und zur Romanheldin gemacht wurde, ohne dafür geeignet zu sein. Sie ist keine beeindruckende Person, gerät aber in einem amüsante Lage und mit ihrer Vorliebe für Schauerromane geht ihre Fantasie mit ihr durch, als sie in Northanger Abbey verweilt.
Um sie herum geschieht mehr, als sie zunächst begreift und ein kleines Liebeswirrwarr bannt sich an, gespickt von Verwirrungen und ungesagten Dingen.
Dieser Roman von Jane Austen gehört zu meinen liebsten Geschichten von ihr, da er eine gewisse Leichtigkeit und Witz mit sich bringt für den ich die Autorin so Liebe, doch auch Spannung fehlt hier nicht durch die Schauerromanelemente.

Aber kommen wir nun zum wichtigen Teil, zum Hörspiel.
Ein Hörspiel ist kein Hörbuch, wie das Wort schon sagt, hier wird die Inszenierung akustisch untermalt mit verteilten Sprecherrollen, Musik und Geräuschen.
Bei diesem Hörspiel wurde viel Arbeit reingelegt, was man gleich nach den ersten Minuten merkt und ich konnte es nur schwer auf Pause drücken.
Es sind insgesamt 14 Sprecher an dem Werk beteiligt und die zahlreichen Sprecher fand ich durchweg passend für die Figuren.
Besonders Max Bretschneider, der die männliche Hauptrolle Henry Tilney spricht ist mir gleich positiv aufgefallen, da er wunderbar das schalkhafte an der Figur in der Stimme wiedergeben konnte.
Untermalt wird das Hörspiel von klassischer Musik, bzw. einem Streichquartett, dass zwischen Szenen, bei Erzählungen und zwischen Dialogen auftritt. Sie wirkte auf mich stimmungsvoll und unterstreicht gekonnt die Szenen um Catherine herum. Im Großen und Ganzen gab sie der Geschichte die richtige Atmosphäre und die eingebauten Geräusche, wie ein Halleffekt in der Stimme, gruselige Elemente für die Schauerteile rundeten alles gekonnt ab!

Es handelt sich hierbei um eine gekürzte Fassung von der Originalgeschichte und mit knapp über 2h Hörspaß ist es “leider nur” ein kurzer Spaß. Dafür kommt es in einem schönen gebundenen Booklet mit ausgeschmückten Vorwort und Informationen zu den Beteiligten. Es sieht sehr edel aus und auf jeden Fall sehr empfehlenswert für Jane Austen Fans und die, die es noch werden möchten!

Das Hörspiel bewerte ich mit:

Titel: Northanger Abbey | Autor: Jane Austen | Hörspielbearbeitung und Regie: Silke Hildebrandt | Musik: Jakob Diehl | Sprecher: Anna Drexler, Ulrich Noethen, Anne Müller u. v. m. | Verlag: der Hörverlag | ISBN: 978 – 3 – 844534498

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