Kurze Rezension | Black Hammer: Vergessene Helden 1 von Lemire, Ormston, Stewart

Kurze Rezension | Black Hammer: Vergessene Helden 1 von Lemire, Ormston, Stewart Lesezeit: 3 Minuten

Wer mag keine Superhelden-Geschichten? Sie retten unseren A… in jeder gefährlichen Situation, glänzen dabei und sobald sie eine Brille aufhaben, sind sie wieder inkognito unter uns. In Black Hammer geht es um solche Art von Helden, nur ist hier nichts glänzendes oder heldenhaftes zu sehen. Dafür viel menschliches, spannendes und mysteriöses!

Den Comic habe ich schon bei vielen Bloggern und Comic-Liebhabern gesehen und eigentlich spricht mich der Zeichenstil nicht so ganz an, eines meiner wichtigeren Kriterien, aber ich dachte: “Gib dir einen Ruck!”.
Also habe ich ihn mir in der Bibliothek ausgeliehen und am selben Abend angefangen zu lesen …und gleich fertig gelesen.

Das goldene Zeitalter der Superhelden ist vorüber. Abraham Slam und seine Gefährten – Golden Gail, das Mädchen mit den Superkräften, die mystische Madame Dragonfly, Barbalien, der Kriegsherr vom Mars, und Oberst Seltsam mit seinem treuen Roboter Talkie-Walkie – waren einst die Beschützer von Spiral City. Aber nach einem schicksalshaften Gefecht gegen ihren Erzfeind finden sie sich in einem gottverlassenen Nest irgendwo im Nirgendwo wieder. Dort müssen die Helden sich wohl oder übel häuslich einrichten, denn aus der Kleinstadt gibt es kein Entkommen, wie sie schmerzlich erfahren müssen. Abrahams Versuche, ein harmonisches Familienleben zu führen, erweisen sich dabei als schwierig – zu unterschiedlich sind die Persönlichkeiten der größten Helden, die die Welt je gesehen hat, und zu tief sitzen die Wunden, die sie nach Jahrzehnten des Kampfes für Wahrheit und Gerechtigkeit davongetragen haben.

Lemire erzählt mit viel Spannung und Geheimnissen eine rundum interessante Geschichte. Warum sitzen sie in der Stadt fest? Was ist das für eine Stadt? Was passiert, wenn sie versuchen rauszugehen?
Viele Fragen, wobei so ziemlich keine beantwortet wird, der erste Band steigert sich darin nur um in einem Cliffhanger aufzuhören. Es ist ratsam den zweiten Band gleich zur Hand zu haben.

Neben der gut aufgebauten Story, die einen einfach weiterlesen lässt, gibt es noch die Superhelden. Sie sitzen seit einigen Jahren in der Stadt fest und wir lernen sie als normale (mehr oder weniger) Typen kennen, die ihre eigenen Probleme und Konflikte mit der Situation haben.
In der einen Sekunde versuchten sie die Welt zu retten und in der anderen sitzen sie auf dem Land fest. Und das seit 10 Jahren. Nach und nach kommen wir jedem Charakter näher, da wäre die Frau, die ihre Kräfte nur nutzen kann, wenn sie sich in ein kleines Mädchen verwandelt, oder eine unheimliche Hexe, ein Held der in die Jahre gekommen ist, der andere stammt von einem anderen Planeten und einer verliert sich dauernd in einer anderen Sphäre verliert und einen Roboter als Sidekick hat. Letztendlich ein buntes, stark in die Jahre gekommenes Superhelden-Team.

Es ist nicht nur die Story, die mir auf Anhieb gefallen hat, sondern auch das merkwürdige Team. Alle kommen authentisch rüber mit ihren Problemen und durch ein paar Rückblenden und Dialoge, ist man ihnen auch schnell näher gekommen. Sie versuchen das Leben einer Familie nach außen hin zu spielen, was mehr Probleme mit sich bringt und zusammen mit dem ländlichen Bild, in dem sie gelandet sind, sieht die Situation echt hilflos aus.
Aber, es sind Superhelden, die Erde dreht sich weiter und es öffnet sich eine Möglichkeit…

Spannend, faszinierend und Superhelden, die man so nicht kennt. Black Hammer hat seinen ganz eigenen Charme, gewollt oder ungewollt und ich denke, dass der Autor noch so einige Überraschungen auf Lager hat. Auf jeden Fall solltet ihr mal einen Blich in den Comic werfen, wenn euch das Thema nur im mindesten interessiert!

Den Comic bewerte ich mit:

Titel: Vergessene Helden | Reihe: Black Hammer (1 von x) | Autor: Jeff Lemire | Zeichner: Dean Ormston | Übersetzer Katrin Aust | Einband: Hardcover | Verlag: Splitter-Verlag | ISBN: 978-3-96219-081-1

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2 Kommentare

  1. 12. Juli 2019 / 14:53

    Liebe Ani,

    ein wirklich toller Beitrag!
    Mir hat auch der erste Band schon richtig gut gefallen, wobei ich leider gestehen muss, dass ich trotzdem noch nicht weiter gelesen habe. Das muss ich unbedingt aufholen!

    Liebe Grüße
    Jill

    • Ani
      Autor
      30. Juli 2019 / 21:30

      Liebe Jill,

      danke dir! :*
      Habe bereits den zweiten Band gelesen und ich warne dich vor: nimm gleich den dritten Band auch in die Hand. Da hatte es mich noch viel mehr in den Fingern gekribbelt, als nach dem Ende vom ersten Volume. Die Reihe kommt nun definitiv zu meinen Lieblings-Splitter-Comics,

      Viele Grüße
      Ani

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