Kurze Rezension | Der Report der Magd von Margaret Atwood

Kurze Rezension | Der Report der Magd von Margaret Atwood Lesezeit: 2 Minuten

Nachdem ich das erste Mal meine Gedanken dazu zusammengefasst hatte, dachte ich nicht, dass ich es hier veröffentlichen würde. Ich war so hin und hergerissen, weil es kein Buch ist, dass man leicht bewerten kann! 
Da ich dann meine Meinungen zuerst auf Goodreads geschrieben habe, rede ich in der kurzen Rezensionen von Sternen und beziehe mich auf das Goodreads Rating System. 

Die provozierende Vision eines totalitären Staats, in dem Frauen keine Rechte haben: Die Dienerin Desfred besitzt etwas, was ihr alle Machthaber, Wächter und Spione nicht nehmen können, nämlich ihre Hoffnung auf ein Entkommen, auf Liebe, auf Leben …(Quelle: Piper)

Manchen Büchern kann man keine Bewertung geben.
Nicht, weil man sie nicht mochte, sondern weil kein Sterneranking passt.
Der Anfang war anders, ich brauchte einen Moment um mich auf den Schreibstil einzulassen. Die Erzählerin spricht die Geschichte in ihrem Kopf, spricht mit sich selbst und stellt sich jemanden vor, uns den Leser. So liest es sich auch und sie bleibt nicht immer ganz in der Zeit oder in der Reihenfolge. Dabei fallen ihr Dinge ein, die noch gesagt werden müssen oder sie lässt Dinge weg, für die es im Moment zu schwer ist. Ja, es gibt ein paar Kapitel da muss man mitdenken, die erschließen sich ein Stück später. Aber sobald ich drin war, war ich regelrecht gefesselt von ihrer Stimme und konnte nicht aufhören ihr zuzuhören. Es war wie ein Puzzle, dass mir mit jeder Seite mir ein fehlendes Stück gab.

Aber ich fahre fort mit dieser traurigen und hungrigen und schmutzigen, dieser hinkenden und verstümmelten Geschichte, denn schließlich möchte ich, dass ihr sie hört, so, wie ich auch eure hören will, falls ich je die Gelegenheit bekommen werde, falls ich euch begegne oder falls ihr entkommt, in Zukunft oder im Himmel oder im Gefängnis oder im Untergrund oder irgendwo sonst.

Der ganze Hintergrund der Geschichte, die dystopische Welt selbst, das alles erschließt sich später. Man muss geduldig sein, sie wird es schon erklären. Erst im Laufe des Buches spürt man den ganzen Ausmaß der Veränderungen und es wird sehr simpel erklärt, sodass man sich leicht vorstellen kann, dass es die Zukunft ist. 

Eine Gesellschaft in vollkommener Ordnung, im gleichmäßigen ruhigen Rhythmus. Frauen ohne Rechte. Allein dafür da ihre “Bestimmung” als Brutkasten zu erfüllen.

Wir lernen so viele stille Seiten von ihr, der Magd, kennen und eigentlich ist sie keine Romanheldin, aber auch diese Charaktere verdienen ein Buch und haben was zu berichten, das zeigt Atwood ganz gut. 
Und auf den letzten hundert Seiten steigt die Anspannung, die immer im Hintergrund plätschert und einen festhält. Zum Ende reist sie an einen und dann steht man plötzlich vor dem Ende. Ich habe gehört, die Autorin schreibt jetzt, nach 25 Jahren, eine Fortsetzung zu dem Buch und allein schon, dass das Buch bereits 25 Jahre alt ist und man mit keiner Silbe merkt, ist bemerkenswert. 

Ich werde dem Buch einfach 5 Sterne geben, auch wenn es schwer zu erklären ist und Sterne sich hier mehr als unpassend anfühlen.

 

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