Comic Graphic Novel

Rezension | In this corner of the world von Fumiyo Kouno

Schlagwörter: Slice of Life, 2.Weltkrieg, arrangierte Ehe

Suzu Urano, ein Mädchen mit viel Fantasie und großem Zeichentalent, wächst wohlbehütet in Hiroshima auf. Mit ihrer Heirat wird sie Mitglied der Familie ihres Ehemanns und zieht in die Militärhafenstadt Kure. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs erschwert die täglichen Lebensbedingungen immens. Trotz der widrigen Umstände gelingt es ihr, ein glückliches Leben zu führen – bis ein Bombardement im Jahr 1945 ihr Leben erschüttert.

Schon lange sorgt die Anime-Adaption von “In this corner of the world” für Aufsehen und gewinnt seit 2016 laufend Preise. Da ist es schwer ganz unvoreingenommen und ohne Erwartungen an den Manga ranzugehen. 

Die Handlung beginnt in Suzus Kinderzeit und man lernt sie als sehr verträumtes Mädchen kennen, dass die Welt mit ganz anderen Augen sieht. Diese besondere Art an ihr bleibt auch erhalten und die sympatische junge Frau wird mit einem ihr fremden Mann verheiratet, wodurch sie ihre Familie verlassen muss und nach Kure zieht. 

Suzu ist lebensfroh, engagiert und hoffnungslos verträumt, dies wird als ein sehr liebenswürdiger Charakterzug dargestellt und das war auch ein Grund, warum ich zuerst nicht gemerkt habe, dass wir uns hier im Krieg befinden. So ganz nebenbei fließt der Krieg in den Alltagstrott der Bewohner und es ist die Rede von Essensmarken, Rationen und Sparvorgaben vom Staat. 

Im ersten Band wird das beschauliche Leben der Familie erzählt, gefühlt mit Fakten und Informationen, wie das Leben um 1940 in Japan ablief. Es ist viel informativer, als ich zunächst gedacht habe, aber nicht anstregend zu lesen oder fixiert auf die historischen Elemente. Am Ende gibt es ein Glossar, dass vieles sehr gut erklärt und mir immer weiter geholfen hat. Die vielen neuen Begriffe haben mich auch nicht beim Lesen gestört, weil alles mit einem gemütlichen Tempo verläuft. Wobei Suzus Ehe doch sehr plötzlich kam und schnell ablief, aber zu der Zeit war es eben so. 
Suzu ist die Hauptperson und wir folgen nur ihr im ersten Band, sehen die Dinge aus ihrer Sicht und ja, sie bringt einen auch zum Lachen. Der Humor ist sehr sympatisch, leicht und einfach, was einen sehr schönen Kontrast zum Krieg bringt, der eher im Hintergrund abläuft. 

Was manche bemängeln könnten ist, dass es ruhig ist. Hier findet man keine Action oder ähnliches, aber ich denke, dass der Manga noch sehr dramatisch wird und mir emotional zusetzten wird. Schließlich geht es um das alltägliche Leben zu Kriegszeiten, die waren nirgends schön und im ersten Band sieht man bereits Entbehrungen und Veränderungen.  
Außerdem sind die Zeichnungen von Kouno schön und simpel, die Gemütlichkeit ausstrahlen und sie verwendet verschiedene Materialien für ihre Zeichnungen, bei einem Kapitel ist es wohl Kohle oder dergleichen was sie verwendet hat. 

Eine leichte und liebenswürdige Alltagserzählung zu Zeiten des zweiten Weltkrieges. die einen guten Einblick in die damalige Geschehnisse liefert. Der erste Band ist harmonisch und schön, doch man spürt bereits das aufkommende Unheil und daher hab ich den starken Drang weiter zu lesen! Es ist auch ein Graphic Novel, der mit vielen einfachen Charakteren auftritt und ich bin gespannt, wie der Krieg sich auf die Szenerie und Menschen auswirken wird. 

 

Den Comic bewerte ich mit:

Link zum Verlag hier.

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3 thoughts on “Rezension | In this corner of the world von Fumiyo Kouno”

    1. Wie fandest du das Tempo? Und Suzu? Die Reihe hat nur drei Bände! Und sobald ich die gelesen habe, werde ich mir noch den Film ansehen… 😉

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