Kinder brauchen Dopamin von Michaeleen Doucleff

Nach Kindern mehr zutrauen war ich neugierig auf das neue Buch von Michaeleen Doucleff. Das Thema klang einfach spannend: Warum sind Kinder von manchen Dingen total begeistert, während bei anderen jede Motivation fehlt? Welche Rolle spielt Dopamin dabei eigentlich wirklich? Und wie können Eltern dieses Wissen im Alltag nutzen?

Besonders gut gefallen hat mir, dass das Buch wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich erklärt, ohne dabei zu trocken zu werden. Ich hatte an einigen Stellen wirklich Aha-Momente und fand es spannend, wie Dopamin mit Motivation, Gewohnheiten, Medienkonsum oder auch Belohnungssystemen zusammenhängt. Vieles hat mich zum Nachdenken gebracht und ich habe meinen Blick auf manche Alltagssituationen mit Kindern ein Stück weit verändert.

Trotzdem muss ich sagen, dass ich viele der vorgestellten Tipps aktuell noch gar nicht umsetzen kann. Mein Kind ist einfach noch zu klein und viele Beispiele richten sich eher an Familien mit älteren Kindern. Deshalb habe ich das Buch eher als Sammlung von Ideen für die Zukunft gelesen – und hoffe ehrlich gesagt, dass ich mich dann noch an alles erinnere. Es steckt nämlich wirklich eine Menge Inhalt darin.

Was mir außerdem aufgefallen ist: Die Autorin ist von ihren Ansätzen sehr überzeugt und vertritt diese auch entsprechend eindeutig. Das liest sich zwar angenehm und nachvollziehbar, trotzdem hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr Offenheit für andere Sichtweisen gewünscht. Gerade beim Thema Erziehung gibt es meiner Meinung nach selten den einen richtigen Weg.

Für mich ist Kinder brauchen Dopamin deshalb kein Buch, das man einfach liest und danach alles genauso umsetzt. Vielmehr ist es ein Denkanstoß. Es regt dazu an, das Verhalten von Kindern aus einer anderen Perspektive zu betrachten und zu hinterfragen, warum manche Dinge funktionieren und andere eben nicht. Genau das hat mir gut gefallen.

Mein Fazit: Ich habe das Buch gerne gelesen und einige interessante Impulse mitgenommen. Ob ich später tatsächlich alle Strategien anwenden werde, wird sich zeigen. Ich würde das Buch vor allem Eltern empfehlen, deren Kinder schon etwas älter sind, aber auch pädagogisch Interessierte finden hier viele spannende Gedanken. Gleichzeitig finde ich es sinnvoll, sich zusätzlich noch mit anderen Büchern und Ansätzen zu beschäftigen, um sich eine eigene Meinung zu bilden.

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