Zwischen Cozy Fantasy, seltsamen Frauenfiguren, Vampiren und enttäuschenden Enden
Die letzten drei Monate waren lesetechnisch ziemlich wild. Es gab Cozy Fantasy zum Einkuscheln, japanische Gesellschaftsromane, Vampirserien, Bücher mit starker Atmosphäre — und einige Geschichten, die mich emotional komplett verloren haben.
Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass ich dieses Quartal sehr stimmungsabhängig gelesen habe: viel Genre-Mix, viele Reihenfortsetzungen und überraschend viele Bücher, bei denen die Atmosphäre stärker war als die eigentliche Handlung.
Meine Statistik (ungefähr)
- Gelesene Bücher: 24
- Davon Reihenfortsetzungen: ca. 14
- Fantasy / Cozy Fantasy / Paranormal: etwa 45 %
- Romance / RomCom: ca. 25 %
- Literarische Gegenwart & Gesellschaftsromane: ca. 20 %
- Durchschnittliche Bewertung: 3,5 von 5 Sternen
- Größte Überraschung: Blood over Bright Haven
- Größte Enttäuschung: Träume aus Salz
- Meistgelesene Autorin: Annabel Chase
Februar
Der Februar war sehr von Reihen geprägt — und davon, dass viele Bücher „gut“ waren, aber mich nicht komplett umgehauen haben.
Witch of the Wolves
Solides Fantasybuch mit bekannter Plotstruktur. Überraschend war eher die Brutalität und die Menge an Toten, nicht unbedingt die Handlung selbst. Alles ordentlich aufgebaut, aber nichts, das mich genug packt, um direkt Band zwei lesen zu wollen. Ich wollte einfach mal wieder in das aktuelle gehypte Romantasy-Genre lesen, war verschwendete Zeit.
Kein Kuchen für Vampire von Sands
Unterhaltsam, aber ich zweifle zunehmend daran, ob das zentrale Paar überhaupt eine Zukunft hat. Das Buch sieht das offensichtlich anders als ich. Band 38?! Die Reihe nimmt echt ab.
Single Mom Supper Club
Sehr seltsam. Sehr speziell. Irgendwie cool — aber definitiv ein Buch, das man mit etwas Abstand genießen muss. Tat gut zwischendurch das Genre zu wechseln.
Richtig gutes Essen
Ein kleiner japanischer Roman, der wie so oft über Essen eigentlich Gesellschaft beschreibt. Ruhig, interessant und angenehm zu lesen.
Magic Embers (Band 7) von Harper
Ich liebe diese Reihe einfach. Gleichzeitig macht es mich traurig, jetzt wirklich alles der Autorin gelesen zu haben, was übersetzt wurde. Bitte mehr davon.
Die Chase-Reihen
Mit:
- Ziemlich Falsch
- Endlich vergessen
- Vergessen in der Nacht
- Spellbound – und täglich grüßt der Vampir
- Der Klotz am Bein
…war der Februar und März praktisch auch ein kleines Chase-Universum. Manche Reihen brauchten etwas, bis sie mich gecatcht haben, aber inzwischen mag ich besonders, wie die Geheimnisse Stück für Stück freigelegt werden. Und Spellbound bleibt einfach meine Lieblingsreihe von ihr.
Wie verführt man eine Erbin? von Quinn
Netter Reihenauftakt mit typischem Humor der Autorin. Mir fehlte allerdings etwas die Magie beziehungsweise das gewisse Etwas. Es ist einfach nicht Bridgerton! Aber ich muss trotzdem alles von Julia Quinn lesen.
März
Der März war deutlich stärker. Vor allem die seltsameren und atmosphärischeren Bücher konnten mich überzeugen.
Der Koch des Königs von Delemhach
Eine richtig üppige Cozy-Fantasy-Geschichte. Viel Essen, viel Atmosphäre, viele Figuren — und trotzdem gemütlich. Wer Cozy Fantasy mag, wird hier vermutlich glücklich.
Solange ein Streichholz brennt von Huber
Eines der Bücher außerhalb meiner Komfortzone. Besonders spannend fand ich, wie männliche Figuren dargestellt werden. Die Liebesgeschichte hätte ich dagegen nicht gebraucht.
We Love You, Bunny von Mona Awad
Zurück in die absurde Bunny-Welt — diesmal zugänglicher, weil deutlich mehr erklärt wird. Weird, faszinierend und stellenweise richtig stark.
Two Can Play von Ali Hazelwood
Kurze, charmante Unterhaltung. Genau das, was man von Hazelwood erwartet.
April
Der April war wahrscheinlich mein abwechslungsreichster Monat — mit einigen starken Büchern, aber auch mehreren Enttäuschungen.
Shared Desk von Dickerman
Hat mich stark an neuere Bücher von Emily Henry erinnert. Besonders mochte ich die zwei Zeitebenen und die Verknüpfung mit der Verlagswelt. Ein bisschen zu viel gewollt, aber trotzdem gelungen.
The Warm Hands of Ghosts von Katherine Arden
Unglaubliche Atmosphäre. Wirklich wunderschöne Sprache. Aber die Handlung selbst konnte mich nicht überraschen.
Half His Age von McCurdy
Der provokante Einstieg hat mich eher gelangweilt. Interessant wurde das Buch erst später, als die Figuren und ihre Dynamiken realistischer wurden.
Träume aus Salz
Leider einfach langweilig für mich.
Die Rätsel meines Großvaters von Konishi
Sehr langsamer Einstieg, aber das letzte Drittel hat mich dann doch noch bekommen. Den nächsten Band werde ich vermutlich trotzdem lesen.
Tokyo Girls Club von Yuzuki
Begann unglaublich stark und hatte großes Potenzial — aber das Ende war mir viel zu simpel.
Blood over Bright Haven von M. L. Wang
Eines meiner Highlights dieses Quartals. Intelligent, atmosphärisch, intensiv. Nur das Ende hat für mich nicht ganz funktioniert.
Grace von Beverly Watts
Der Anfang war deutlich stärker als der Mittelteil. Trotzdem unterhaltsam genug, dass ich vermutlich als Hörbuch bei der Reihe bleibe, wenn ich mal wieder Lust auf Regency Romance habe.
Verhexte Reservierungen von Damore
Cozy Fantasy Crime mit ähnlicher Stimmung wie Chase — nur schneller und leichter. Perfekt als Hörbuch für zwischendurch.
Mein Fazit des Quartals
Dieses Lesequartal hatte ein klares Muster:
Ich vergebe inzwischen selten fünf Sterne, wenn mich ein Buch nicht wirklich überrascht. Atmosphäre alleine reicht mir oft nicht mehr — ich brauche entweder starke Figuren, emotionale Dynamik oder einen Plot, der tatsächlich etwas wagt.
Gleichzeitig merke ich aber auch, wie sehr ich zu Cozy Fantasy und paranormalen Reihen zurückkehre, wenn ich Stress habe. Gerade die Chase-Bücher waren für mich totale Comfort Reads.
Mein größtes Highlight bleibt trotzdem Blood over Bright Haven — dicht gefolgt von den seltsamen, unangenehmen Bunny-Vibes von Mona Awad.
Und offenbar lese ich aktuell:
- sehr viele Reihen,
- sehr viele Cozy Fantasy,
- und sehr viele Bücher mit Frauen, die langsam die Kontrolle verlieren…
Ich beschwere mich nicht. 😉
