Über Bücher, Comics, Games und Serien
Und schon ist der erste Monat des Jahres vorbei. Lesetechnisch kann ich mich absolut nicht beschweren: richtig gute Bücher, ein paar sehr intensive Leseerlebnisse – und ja, auch ein Flop war dabei. Gehört irgendwie dazu.
Abseits der Bücher bin ich ziemlich gut mit meinen neuen Zielen ins Jahr gestartet: gesünder essen, mehr Sport, ein bisschen mehr Fokus auf mich. Der Haushalt? Nun ja … der ist dabei zunehmend liegen geblieben. Aber ganz ehrlich: Mit Kleinkind zuhause gewinnt man diesen Kampf nicht immer. Zumal die kleine Maus jetzt auch ihre ersten festen Sporttermine am Nachmittag hat. Neuer Stresslevel freigeschaltet, haha.
Trotzdem fühlt sich der Alltag gerade erstaunlich schön an – voll, laut, manchmal chaotisch, aber gut.
Top des Monats
Spellbound – Mord im Hexenkessel (Annabel Chase)
Ein neuer Band meiner absoluten Lieblingsreihe gleich im Januar – besser kann ein Lesejahr kaum starten. Cozy Urban Fantasy, Humor, Crime-Vibes, vertraute Figuren und dann auch noch ein gemeiner Cliffhanger. Wohlfühlband mit maximalem Suchtpotenzial.
Flop des Monats
Die Schöne und der Vampir (Argeneau 37)
Eigentlich liebe ich die Reihe, aber dieser Teil hat für mich leider nicht funktioniert. Gute Ideen, aber zu wenig Tiefe, ein schwaches Ende und viel zu sehr in die Länge gezogen. Als Kurzgeschichte hätte das vielleicht besser gepasst.
📖 Lesestatistik Januar
So viele Seiten gelesen: 1 344 Seiten
So viele Stunden gehört: 46,67 Stunden
📚 Bücher
Yellowface – R. F. Kuang
Endlich beendet – und rückblickend frage ich mich wirklich, warum ich das Buch letztes Jahr nach der Hälfte weggelegt habe. Damals war ich einfach nur wütend auf die Protagonistin: ihre Selbstgerechtigkeit, ihre Grenzüberschreitungen, dieses permanente Unangenehmsein.
Im Nachhinein zeigt sich: Genau das ist die Stärke des Romans. Ab der zweiten Hälfte zieht Kuang das Tempo deutlich an, die Geschichte wird bissiger, böser und spannender. Die Eskalationen wirken konsequent, die Twists sitzen – und plötzlich ergibt diese unerträgliche Hauptfigur absolut Sinn.
Yellowface ist unangenehm, provokant und sehr bewusst darauf angelegt, zu reiben – besonders in Bezug auf Autor*innenschaft, kulturelle Aneignung, den Literaturbetrieb und Social Media. Kein Wohlfühlroman, aber klug, zeitgeistig und überraschend unterhaltsam.
Fazit: Dranbleiben lohnt sich. Und ja, Kuangs andere Bücher stehen jetzt ganz oben auf der Liste.
Gym – Verena Kessler
Dieses Buch will nicht, dass man die Protagonistin mag – und es gibt sich auch keine Mühe, das zu ändern. Sie bleibt sperrig, unangenehm und erklärt sich nie ganz.
Irgendwann entwickelt sich eine beklemmende Spannung, fast wie in einem Thriller: Man weiß, dass gleich etwas Schlimmes passiert, und liest trotzdem weiter. Sprachlich stark, sehr spielerisch erzählt – das zieht einen rein.
Und dann wird es verstörend. Wirklich verstörend. Am Ende saß ich einfach da und dachte: Was habe ich da gerade gelesen? Kurz glaubt man an einen versöhnlichen Abschluss … und dann kommt noch dieser kleine, gemeine Twist.
Kein Wohlfühlbuch. Aber eines, das hängen bleibt.
Only Margo – Rufi Thorpe (Buch & Hörbuch)
Raus aus der Komfortzone. Eigentlich kein Buch über OnlyFans – das ist eher der Rahmen. Im Kern geht es um Beziehungen, Selbstvermarktung, Geld, Macht und die Frage, wie sehr wir uns selbst zur Marke machen.
Dazu viel Psychologie: Warum Menschen tun, was sie tun, und wie alte Verletzungen Entscheidungen beeinflussen. Margot ist keine Figur, die man mögen muss – eher kühl, berechnend, schwer greifbar. Genau das macht sie interessant.
Kein Pageturner im klassischen Sinn, mehr Kopf als Bauch. Ich habe es teilweise als Hörbuch auf sehr hoher Geschwindigkeit gehört – was erstaunlich gut gepasst hat.
Modern, klug, mit Gedanken, die bleiben.
E-Book
Krähenjagd – Anne Bishop (Die Anderen, Band 2)
Endlich habe ich die Reihe nach all den Jahren weitergelesen – und war sofort wieder drin. Anne Bishop erschafft ein düsteres Urban-Fantasy-Universum, das sich spürbar von vielen aktuellen Reihen abhebt.
Hier stehen Atmosphäre, Weltaufbau und Spannung im Vordergrund – nicht Romance oder austauschbare Tropes. Das Universum fühlt sich roh, konsequent und durchdacht an.
Fun Fact: Krähenjagd war bereits 2014 für den Goodreads Choice Award nominiert. Ein schönes Beispiel dafür, dass manche Bücher zeitlos sind.
Fazit: Starke Fortsetzung und eine Urban-Fantasy-Reihe, die bewusst ihren eigenen Weg geht.
Von Kunst und Furien (Föderales Büro für Magie, Band 8)
Auch wenn mir die Figuren im Laufe der Reihe immer mehr ans Herz gewachsen sind, war dieser Band für mich kein Highlight. Irgendetwas hat mich immer wieder aus der Geschichte geworfen – vielleicht die Übersetzung, vielleicht die schnellen Szenenwechsel.
Die Reihe liest sich insgesamt flott, bleibt für mich aber hinter ihrem Potenzial zurück. Ich lege sie erst einmal beiseite.
Deutlich mehr überzeugt mich Annabel Chases Spellbound-Reihe – strukturierter, atmosphärischer und einfach mitreißender.
Hörbücher
Starry Hollow Band 1–3 – Annabel Chase
Letztes Jahr gelesen, dieses Jahr wieder gehört. Wunderbar, erneut in diese Welt einzutauchen.
Spellbound – Mord im Hexenkessel – Annabel Chase
Cozy Urban Fantasy vom Feinsten, großartige Dynamik, vertraute Figuren – und dieses Ende! Gemein, aber fantastisch.
Comic
The Remarried Empress – Band 6 & 7
Politische Intrigen, Machtspiele und emotionale Konflikte spitzen sich weiter zu. Navier wächst immer mehr über sich hinaus, das Drama nimmt zu – beide Bände extrem fesselnd und kaum wegzulegen.
Serien
Dynamite Kiss
Starker Start mit cleveren Brechungen von Klischees und tollem Humor. Die letzten Folgen waren für mich etwas schwächer, vor allem das ernstere Thema hat nicht ganz gezündet. Trotzdem sehenswert.
Bridgerton – Staffel 4, Teil 1
Natürlich sofort geschaut. Ich mag, dass sich die Serie wieder stärker am Buch orientiert, auch wenn die vielen Nebengeschichten ein Für und Wider sind. Der Maskenball war ein Highlight – und jetzt habe ich große Lust, das Buch nochmal zu lesen.
Game
Winter Burrow
Ein gemütliches Spiel, perfekt für den Winter. Hübsches Artwork, schöne Musik, nette Idee – aber spielerisch hat es mich nicht komplett überzeugt. Am Ende etwas planlos, weil die Haupthandlung schnell abgeschlossen war und dann noch viel gecraftet werden musste.
Trotzdem: Mit Musik gespielt definitiv empfehlenswert.
