Rezension | Mortal Engines – Krieg der Städte von Philip Reeve

Rezension | Mortal Engines – Krieg der Städte von Philip Reeve
Es handelt sich hierbei um ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für das Exemplar!
Lesezeit: 4 Minuten

Leben auf dem Land? Kompletter Unsinn! 
Heutzutage lebt man in einer fliegenden Stadt, man ist mobil und geht auf die Jagd….nach kleineren Städten, um sie aufzufressen. 
Der Fischer TOR Verlag präsentiert die Neuauflage der vierteiligen Mortal Engines Serie von Philip Reeve, die erstmal 2001 in ihrer Originalsprache Englisch erschien und bei uns im Jahr 2003. Es kommt am 13. Dezember eine Verfilmung vom ersten Band in die Kinos!

Niemand hatte mit einem Attentat gerechnet. Als das Mädchen mit dem Tuch vor dem Gesicht ein Messer zückt, um den Obersten Historiker Londons, Thaddeus Valentine, umzubringen, kann ihm der junge Gehilfe Tom in letzter Sekunde das Leben retten. Er verfolgt das Mädchen, das jedoch durch einen Entsorgungsschacht in die Außenlande entkommt. Dass Valentine, statt seinem Retter zu danken, den Jungen gleich mit hinausstößt, konnte ebenfalls beim besten Willen keiner ahnen …
Damit beginnt Toms abenteuerliche Odyssee durch die Großen Jagdgründe zurück nach London. Begleitet wird er von der unbeirrbaren Hester Shaw, die fest entschlossen ist, den Mord an ihren Eltern zu rächen. Sie treffen auf Sklavenhändler und Piraten, werden von einem halbmenschlichen Kopfgeldjäger verfolgt und von einer Aeronautin namens Anna Fang gerettet. Und all das, während Valentine plant, mittels einer Superwaffe aus dem Sechzig-Minuten-Krieg die Feinde der fahrenden Städte zu vernichten …(Quelle: S. Fischer Verlage)

Seit dem Sechzig-Minuten-Krieg ist jede Stadt und einfach jeder, auf sich selber angewiesen. Das mächtige und riesige London entscheidet sich nach vielen Jahren wieder zu jagen und loszuziehen, denn am Boden selbst findet man nicht viel. Es ist das reinste Ödland, vollkommen zerstört und man nennt es die Außenlande. Wer will da schon leben? Nur in einer Stadt ist man in Sicherheit, wenn sie nicht von einer größeren Stadt gefressen wird. 

Der junge Tom lebt in London, aber so ganz glücklich ist er da nicht und träumt von gewaltigen Abenteuern, wie die von seinem Vorbild Valentine. Die Stadt ist eingeteilt in Klassen und sie sind sehr strikt in ihrer Art und Denken. Außerdem kann man für Gilden arbeiten, die unterschiedliches verfolgen und nicht immer gut aufeinander zu sprechen sind. 
Ihr seht, es ist ein komplexes Leben in London mit seinen eigenen Gefahren und der Autor beschreibt sehr eindrücklich und eindrucksvoll die Stadt, die aus verschiedenen Zeiten und ihren Resten zusammengesetzt ist. Es gibt dort so einiges zu entdecken und wir lernen viele interessante Orte kennen von Gefängnis, Recyclinganlage, Museen bis hin zum höchsten Punkt der Stadt. 

In diesem Buch gibt es einige Charaktere und sie könnten nicht unterschiedlicher sein, aber ich bleibe erstmal bei unseren zwei Hauptdarstellern: Tom und Hester. 
Tom ist ein netter Typ. So auf den ersten Blick scheint nichts an ihm sonderlich besonders zu sein, aber er hat einen versteckten Tatendrang in sich und den Wunsch sich zu beweisen. Schon etwas naiv, aber im Laufe der Geschichte wächst er aus sich heraus. 
Hester dagegen ist ziemlich abgebrüht. Durch ihre furchtbare Entstellung im Gesicht (nicht im mindesten zu vergleichen mit der Verfilmung) hat das Leben es nicht gerade gut mit ihr gemeint und sie wird getrieben von Rache, durch und durch, es gibt nichts anderes für sie. 

Sie war nicht älter als Tom, und sie sah schrecklich aus. Eine grauenhafte Narbe verlief von der Stirn bis zum Kiefer quer über ihr Gesicht, so als hätte jemand ein Porträt wütend durchgestrichen. Ihr Mund war seitwärts zu einem starren Hohngrinsen verzogen, die Nase nur noch ein Stumpf, und nur ein Auge, grau und kalt wie das Meer im Winter, starrte Tom aus diesem Bild der Verwüstung an.

Der Schreibstil bringt nicht nur eine besondere Atmosphäre hervor a lá postapokalyptische Dystopie im Steampunkstil, sondern ist auch sehr flott, wie das Tempo der Handlung. Außerdem schreibt Philip Reeve sehr eindrücklich, sodass man gleich ein Bild zu allem im Kopf hat und es das Buch war die passende Unterhaltung für ein graues Wochenende, weil es mitreißend und turbulent ist mit vielen Ideen und den unterschiedlichsten Personen!

Zwischen Steampunk und Fantasy hat sich der Autor so einige unglaubliche Dinge einfallen lassen, sodass man sich nicht leicht losreisen kann von Mortal Engines. Doch bei der Stadt allein bleibt es nicht, Tom wird der neue Begleiter von Hester Shaw, nicht gerade zu ihrer Freude, und die beiden haben einen langen und sehr turbulenten Weg vor sich, der Luftschiffpiraten, Kopfgeldjäger, Rettungsversuche und ein unheimliches Wesen aus Metall beinhaltet. In nur knapp 336 Seiten, in einem kleinen Taschenbuchformat, kriegen wir eine geballte Ladung an Abenteuern und Action geliefert mit wenig Verschnaufpausen. Getoppt wird alles noch durch Waffen aus einer früheren Zeit, die für viel Ärger sorgen und die Liste an Dingen, die das Buch beinhaltet wird immer länger… Ob Tom das Abenteuer bekommt, dass er sich schon immer gewünscht hat? 

Das Buch bewerte ich mit:

Titel: Mortal Engines – Krieg der Stadt | Autor: Philip Reeve | Reihe: Mortal Engines 1 von 4 | Originaltitel: Mortal Engines | Übersetzer: Gesine Schröder, Nadine Püschel |  Verlag: FISCHER Tor | Erscheinungsdatum: 24. Oktober 2018 | Seitenanzahl: 336 Seiten | Link zum Buch hier

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Es handelt sich hierbei um ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für das Exemplar!

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