Rezension | Iron Flowers – Die Rebellinnen von Banghart

Rezension | Iron Flowers – Die Rebellinnen von Banghart

Im ersten Moment erwartete  ich nicht viel mehr, als eine nette Geschichte. Einfach eine gute jugendliche Dystopie mit einer ungerechten Welt, etwas Prinz hier, etwas Liebe da und eine Welt, die dringend jemand braucht, der sie verändert. Was ich erwartet hatte, bekam ich und noch viel mehr! 

Sie sind Schwestern, könnten unterschiedlicher nicht sein und sind dennoch unzertrennlich. Nomi ist wild und unerschrocken, Serina schön und anmutig. Und sie ist fest entschlossen, vom Thronfolger zu seiner Grace auserwählt zu werden und ihr von Armut und Unterdrückung geprägtes Leben gegen eines im prunkvollen Regentenpalast einzutauschen. Doch am Tag der Auswahl kommt alles anders: Die Schwestern werden auseinandergerissen – und ein grauenhaftes Schicksal erwartet sie, auf das sie niemand vorbereitet hat (Quelle: Amazon).

Nach den ersten Seiten vom ersten Band der Trilogie, dachte ich: “Ah, wie Selection…” und wollte das Buch schon abstempeln. Die Selection-Reihe war nicht gerade mein Highlight und die Sache mit “Prinz sucht hübsches Mädchen aus dem Volk” klingt für mich viel zu kitschig, aber in Iron Flowers läuft es ganz anders ab, als man zunächst erwartet. 

Im Mittelpunkt stehen zwei Schwestern, die sehr unterschiedlich sind:
Serina ist die Schönheit der Familie und die ältere Schwester, die es sich zur Aufgabe gemacht hat die nächste von vielen Frauen des Königs zu sein und ihre Familie dadurch zu unterstützen. Sie hat sich mit ihrem Stellenwert vereinbart und ist die perfekte Tochter, die sich an die Regeln hält.
Ihre jüngere Schwester Nomi ist die Rebellin in der Familie. Sie findet alles ungerecht, versteht nicht wie Serina bei alldem noch mitmachen kann und versucht sich zu behaupten. 
Sie sind unterschiedlich, auf den ersten Blick, aber im Laufe der Handlung merkt man, wie sehr sie sich doch ähneln und wie sehr sie aneinander hängen. 

Die Autorin beschreibt die Landschaften eindrucksvoll und mich erinnerte das Setting am Anfang stark an Italien im späten Mittelalter und an Venedig. Ich gehe davon aus, dass sie sich etwas daran angelehnt hat, aber es ist sehr zauberhaft umgesetzt.
Die Atmosphäre war oftmals angespannt und ich war sehr schnell in der Geschichte drinnen. Außerdem hat die Autorin einen sehr angenehmen Schreibstil und die Handlung viel Tempo, wodurch ich nach einem Wochenende mit dem Buch schon durch war. Es hatte mich oft überrascht, angefangen mit der Anlehnung an ein mittelalterliches Italien, bis hin zu der starken Wende: fehlende Frauenrechte, Unterdrückung und Diskriminierung.
In dem Buch geht es nämlich um eine Welt, in der “Frauenrechte” ein Fremdwort zu sein scheint und Frauen ein sehr eingeschränktes Leben führen müssen. Sie dürfen nicht mal lesen und schreiben, geschweige davon ihre eigene Meinung wieder geben. Außerdem wird der Situation, bzw. wieso es so weit kommen konnte teilweise auf den Grund gegangen und die Geschichte gewinnt dadurch etwas an Tiefe. 

Es gibt zwei Handlungsstränge in der Geschichte, von Serina und von Naomi. An der Stelle möchte ich nicht viel zu viel verraten, aber es lässt sich so viel sagen: beide Handlungsstränge sind stark gegensätzlich und jede Schwester für sich, muss es schaffen sich zu beweisen und ihre Haut zu retten. Es wird nicht nur dramatisch, sondern auch gefährlich und die Geschichte spitzt sich bis zum Ende zu, wo es dann einen Knall gibt. 

Bis zum Ende hin war es aufregend, rasant und ich fühlte mich wunderbar unterhalten – nicht ohne Grund habe ich das Buch an einem Wochenende gelesen. Doch zwei Punkte muss ich stark bemängeln:

  • Die beiden Schwestern sind gute Hauptcharaktere, wobei ich hoffe, dass sich Naomi im nächsten Band sich weiter entwickelt. Serina kommt toll voran in der Geschichte, wandelt sich und gewinnt neue Charakterzüge. Bei Naomi hatte ich das Gefühl sie entwickelt sich in die falsche Richtung, sie wird schwächer und naiver – bei ihr musste ich die Haare raufen. 
  • Der Cliffhanger am Ende war für mich keine allzu große Überraschung, sondern eher vorausahnend. Dieser gewisse Wendepunkt am Ende des Buches ist einfach nicht neu und wird oft in den Jugendromanen genutzt, mehr dazu nicht. Keine Angst ich spoiler euch nicht..hoffentlich!

Als Fazit lässt sich sagen, mit “Iron Flowers – Die Rebellinnen” hat die Autorin Banghart einen aufregenden Start geliefert, der viele neue Ideen und alte Strukturen miteinander verbindet. Die Dystopie hat mich teilweise echt überrascht und richtig gepackt, wiederum war das Ende nicht mehr so grandios wie der Rest des Buches. Außerdem hat sie ein sehr zauberhaftes und bestürzendes Setting zugleich geschaffen, dass mich mitgerissen hat. 

 

Das Buch bewerte ich mit:

LESEPROBE

 

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2 Kommentare

  1. 3. September 2018 / 12:39

    Huhu Ani!

    Bei den beiden großen Kritikpunkten bin ich ganz deiner Meinung. Insgesamt hat sich die gesamte Geschichte für mich doch eher schwach präsentiert und derzeit sieht es nicht so aus, als würde ich den zweiten Band überhaupt noch lesen. Wirst du der Fortsetzung noch eine Chance geben?

    Liebe Grüße
    Lisa von Prettytigers Bücherregal (Blog & Facebook)

    • Ani
      Autor
      4. September 2018 / 13:45

      Hi Lisa!

      Der Reihe werde ich noch eine Chance geben und da mich die Autorin überraschen konnte, hoffe ich das das im zweiten Teil ebenfalls geschieht. Wenn sich die jüngerer Schwester aber weiterhin so verhält, dann war’s mit mir….so der Plan erstmal!

      Viele liebe Grüße und danke für deinen Kommentar!
      Ani

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