Rezension | Das dunkle Wort von Sylvia Englert

Lesezeit: 3 Minuten

Einzelband und Fantasy – es gibt sie noch!
Bei dem Namen der Autorin handelt es sich um eines ihrer Pseudonyme und es versteckt sich dahinter die Journalistin Katja Brandis. 

Das Orchideenreich Skaidar schwebt in höchster Gefahr: An seiner nördlichen Grenze ist ein Heer aufmarschiert, das von unheimlichen Glasklingen-Kriegern begleitet wird, während gleichzeitig ein seltsamer Zauber von der Hauptstadt ausgehend immer weitere Teile des Landes zu Kristall erstarren lässt. Nur einer kann jetzt noch helfen, und so schickt Idassa, oberste Magierin und Beraterin des Königs, einen verzweifelten Hilferuf an ihren ehemaligen Mentor Terwyn. Doch der hat sich geschworen, nie wieder Magie einzusetzen, seit er eine nicht wiedergutzumachende Schuld auf sich geladen hat …(Quelle: Homepage der Autorin).

In den letzten Jahren habe ich wirklich oft tolle Fantasy Bücher vom Knaur Verlag erwischt und lese mittlerweile so ziemliches jedes fantastische Buch aus ihrem Programm. Leider hat mir jedoch dieses hier nicht gefallen und auch wenn es gute Stellen gab, die Idee an sich interessant klingt, fehlte mir was an vielen Stellen. Von Charaktere, Setting, Sprache bis zum Ende – ich habe zu jedem Punkt was Positives, aber auch was Negatives zu sagen. 

Der Schreibstil ist fließend und ich kam schnell mit dem Buch voran, jedoch war er für mich auffällig modern und die Atmosphäre von einem mittelalterlichen, asiatischen Setting kam bei mir nicht wirklich auf. Ich hatte einfach nicht das Gefühl mittendrin zu sein und manche Beschreibungen musste ich ein zweites Mal lesen um es mir genau vorstellen zu können. Sonst wurde die Handlung spannend aufgebaut und ich habe mich nicht gelangweilt oder dergleichen.

In der Hauptrolle haben wir Terwyn, der frühere Magier des Regenten und er gilt als ein außerordentlich mächtiger Magier, doch er praktiziert nicht mehr und lebt im Exil. Wieso, weshalb, warum: Das erfahren wir in Rückblicken von ihm und Dialogen und kommen langsam der Geschichte näher. Er ist ein sehr typischer Charakter, ein Held, der tief gefallen ist und voller Reue ist. Ein Charakter mit Potenzial! Aber es fehlte der Tiefgang und mich hat nicht viel an ihm überrascht oder gepackt. 

Die junge Rhi beobachtet ein Geschehen, dass unheimlich wichtig ist für Terwyn und den Verlauf des Krieges. Doch um ihre Entdeckung zu erzählen muss sie einen langen Weg hinter sich lassen und erlebt einige Abenteuer dabei. Dieser Part hatte mir schon besser gefallen, weil man da nichts kommen sehen konnte und hier viel mehr Spannung drinnen war. Rhi erlebt eine richtige Abenteuerreise und stellt sich so einigen Gefahren, doch ich habe mich gefragt, wieso? Wieso macht sie es auf diese Weise? Sie wusste ganz genau wie gefährlich es ist, als Händlerin und als Frau alleine solch eine Reise anzutreten, aber sie tut es trotzdem ohne Hilfe. Natürlich ist sie mutig, stark und will ihrem Land helfen, aber ist sie nicht auch kopflos!? Auch wenn ich die Stellen mit ihr mochte, ging mir ihr überstürzter Aufbruch/Reise nicht aus dem Kopf
Dies und andere Dinge in dem Buch wurden so und ganz einfach hingestellt, weswegen ich ein paar Punkte zu oberflächlich fand. Besonders das Ende und die Liebesgeschichte konnte ich der Autorin nicht ganz abkaufen, es war mir persönlich zu sehr hingestellt und ich konnte nur die Augen verdrehen. 

Abgesehen davon, finde ich es sehr schade, dass nicht mehr aus der Welt und ihren Aspekten rausgeholt wurde, denn die Welt und Magie hatte mir am meisten an dem Fantasyroman gefallen. Doch wegen der guten Ideen, Sprache und manchen Überraschungen, denke ich, dass das Buch seine Leser finden wird. Für mich war es diesmal leider nichts, weil einfach zu viele Fragen und Verwunderungen im Kopf hängen blieben.

Das Buch bewerte ich mit:

 

Link zum Verlag hier.

LESEPROBE

 

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3 Kommentare

  1. 29. August 2018 / 9:09

    Guten Morgen!

    Schade, dass es dich nicht ganz so begeistern konnte – ich fands toll 🙂
    Ja, zum Hintergrund der Welt hätte ich natürlich auch gerne noch etwas mehr erfahren, aber das ist bei einem Einzelband schwierig; denke ich mir zumindest. Ich lese ja viel Fantasy und dementsprechend natürlich viele Reihen. Da kann man sich austoben und alles immer tiefer ausbauen. In einem Einzelband passt halt nicht so viel rein, dafür hätte er aber ruhig auch länger sein können.
    An sich hab ich mich aber gut unterhalten gefühlt und es war einfach mal anders, vom Gefühl her, und das fand ich super 🙂

    Liebste Grüße, Aleshanee

    • Ani
      Autor
      4. September 2018 / 7:34

      Hey Aleshanee!

      Ja, Reihen gibt es sehr oft in der Fanatsy. Da ist dieser Einzelband eine Seltenheit! Schön, dass es dir gefallen und es dich unterhalten hat 😁 Hast du schon was anderes von der Autorin gelesen?

      Viele liebe Grüße
      Ani

      • 5. September 2018 / 6:48

        Nein hab ich nicht. Ich hab ehrlich gesagt aber noch gar nicht geschaut, was es noch von ihr gibt – sollte ich wohl mal machen 🙂

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