Rezension | Vagant von Peter Newman

In einer postapokalyptischen Fantasy-Welt macht sich der namenlose Vagant mit einem Säugling im Arm auf die Reise. Sein Ziel: die letzte Zuflucht der Menschheit. Dorthin soll er ein mächtiges Schwert bringen. Die einzige Waffe, die den dämonische Ursupator vernichten kann.
Eine apokalyptische Welt. Ein stummer Krieger mit Schwert. Ein Baby und eine Ziege begeben sich auf Reise. Sie werden verfolgt von Dämonen, gelangen an die verschiedensten Orte und finden unerwartete Begleiter. 
Das ist der Start einer Trilogie, für die es schwer ist Worte zu finden. Noch nie hatte ich einen Protagonisten, der einerseits kaum vorhanden ist und anderseits immer präsent ist. Er ist stumm, aber daran liegt es nicht. Wir erfahren nur wenig über ihn, auch was er denkt und fühlt bekommen wir nicht im Ganzen mit. 

Die Welt ist ein chaotischer Mix aus Endzeit mit Dämonen und moderner Technologie. Sodass man sich während ihrer Reise durch das Land immer wieder fragt, wie es zu dieser Zerstörung kommen konnte. Es ist faszinierend was der Autor für eine Welt erschaffen, bzw. zusammen gemixt hat, so wirkte sie auf  mich. 
Auf ihrer Reise begegnen die beiden Protagonisten und die Ziege mehreren verschiedenen Menschen und es war immer wieder aufregend und interessant gewesen, weil durch jede Person und ihre Geschichte wir mehr über die Welt und ihre Zustände erfahren. Diese Personen waren oftmals greifbarer gewesen, als unser Vagant. Trotzdem gewöhnt man sich recht schnell an den stillen Mann mit dem Schwert und lernt ihn im Laufe der Handlung zu verstehen. 

Es gibt mehrere Handlungsstränge, die verfolgt werden, auch Rückblicke in die Vergangenheit. Neben den Vaganten, begleiten wir z.B. einen herrschenden Dämon, wodurch wir einen Einblick in die andere Seite der Geschichte erhalten. Auch wenn der Anfang, wie ein Sprung ins kalte Wasser wirkte, merkt man nach ein paar Kapiteln, wie genial die Handlung konstruiert und aufeinander aufgebaut wurde. 

Mein einziger Kritikpunkt an "Vagant" ist der Schreibstil. Der Autor ist eher wie ein nüchterner Beobachter, der das Geschehen wiedergibt. Es sind kurze Sätze ohne viel Emotionen und die Beschreibungen waren oftmals, nach meinen Geschmack, zu mager. Für eine Welt, die aus so vieles in sich hat, fehlten mir längere und ausgebaute Beschreibungen. 
"Ein frischer Wind" ist Peter Newman für die Fantasy mit seinem deutlich anderen Stil, der sich stark von all den Fantasy Büchern abhebt, die ich bis jetzt gelesen habe. Sein Roman fesselt einen, nicht nur die Haupthandlung hat es mir angetan, sondern auch das Worldbuilding und die Personen mit ihren Biografien. Am Ende merkte ich, wie sehr ich mein Herz an den stillen Krieger verloren habe und hoffte, dass er und das Baby (und die Ziege) endlich einen sicheren Ort finden in dieser chaotischen, zerstörten Welt.
Das Buch bewerte ich mit: 

Link zu meinen Kategorien hier.
LESEPROBE und Verlag hier.
Link zu Amazon hier



* Amazon Affiliate Links sind mit einem Stern gekennzeichnet. Durch die Nutzung dieser Links ändert sich nichts an dem, was ihr kauft. Nur bekomme ich lediglich eine Provision von Amazon.

Kommentare

  1. Hi Ani,
    vielen vielen Dank für deine lieben Worte bei mir auf dem Blog!
    Freue mich immer riesig neue Leute in der Buchwelt kennen zu lernen.
    Fühl dich gedrückt!
    Nadine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Nadine,

      auch ich danke dir! Freue mich, dass du den Weg hierher gefunden hast und es ist toll neue Bekanntschaften zu machen.

      Viele liebe Grüße
      Ani

      Löschen
  2. Huhu!

    Von der Handlung her erinnert mich das Buch direkt an den alten Manga "Lonewolf & Cup", kennst du den? Da wird ein Samurai des Verrates verdächtigt, weitert sich, Seppuku zu begehen, und zieht danach als Auftragsmörder durch die Lande – mit einem kleinen Sohn im Schlepptau. Allerdings hat diese Geschichte nichts Dystopisches, es geht vor allem darum, dass sich der Samurai rächen will an denen, die ihn verraten haben.

    "Vagant" klingt sehr interessant, aber ich glaube, ich werde erstmal reinlesen, ob ich mich mit dem Schreibstil anfreunden kann!

    Ich habe deinen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt.

    LG,
    Mikka

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Mikka :)

      Oh, den Manga kenne ich nicht, aber ich denke, ein Bild oder eine Leseprobe hab ich schon mal gesehen. Klingt auf jeden Fall sehr interessant und cool.
      Ja, der Schreibstil und wie die Sichtweisen dargestellt sind, ist eher eigen, wie auch der Protagonist...das kann ein positiver oder negativer Punkt sein. Wie man's mag. ;)

      Vielen lieben Dank fürs verlinken!!!

      Liebe Grüße
      Ani

      Löschen