Rezension zu Sumerland 2 - Prinz Zazamael von Johannes Ulbricht



Serisada ist verschwunden, als das flüssige Silber ihr Stadtviertel überflossen hat. Damit gilt ihr Tod als hundertprozentig gewiss, denn das Silber ist der geheime Schrecken und das schmutzige Geheimnis hinter der glamourösen Fassade der Stadt. Das Silber wartet unten im Stadtkegel, um früher oder später alles aufzunehmen, was die Zivilisation von Waylhaghiri produziert. Prinz Zazamael ist seit jeher von Prinzessin Serisada besessen, weil nur sie für ihn ein gleichwertiges Gegenüber sein kann und keine Marionette – nur durch sie kann er den „wilden Wein“ erlangen und die große Fusion zur Verschmelzung von Traum und Realität herbeiführen. Die Nachricht vom Tod von Prinzessin Serisada führt dazu, dass er sich selbst und sein Königreich verkommen lässt.



Der zweite Band, hier auch der Abschlussband, hat noch einiges raushauen können, nachdem ich so verunsichert war vom Sumerland: Prinzessin Serisada.

Ohne viel Umschweifen knüpft die Geschichte an Band 1 an und wir befinden uns wieder Mitten drin in der Handlung. An der Stelle ist es wichtig zu erwähnen, dass der erste Band der Duologie zwingend erforderlich ist für das Verständnis und evtl. Spoiler anfallen könnten, für alle, die die Reihe nicht kennen.

In "Sumerland 2: Prinz Zazamael" dringen wir tiefer in die Stadt ein und sehen neue Seiten von ihr, die mich begeistern konnten, durch ihre Idee selbst und Beschreibungen.
Diesmal waren die Ebenen für mich klar und deutlich gewesen, durch den ersten Band. Doch trotzdem hat es mir viel Spaß gemacht zu entdecken, zu verknüpfen und zu rätseln.
Einerseits lag es daran, dass die Spannung sehr gut aufgebaut wurde und anderseits weil die Ereignisse mich immer wieder überrascht haben und die Verknüpfungen zu unserer Welt waren in diesem Teil, für mich, viel deutlicher zu erkennen gewesen.

Was mich überrascht hat, ist, dass das Buch nach dem Prinzen benannt wurde, Zazamael, aber eigentlich folgen wir die meiste Zeit der Prinzessin Serisada und er kommt mir mehr wie ein Nebencharakter vor an ihrer Seite. Ihre Persönlichkeit wurde viel mehr Beachtung geschenkt und sie wird auch sympatisch dargestellt, wobei ich bei ihm immer wieder schwanke.

Die Ich-Erzählerin nimmt ebenfalls wieder ihre Rolle ein und hier hat sich viel getan. Sie schien mir immer passiv oder handelte eher mit Widerwillen, jetzt aber ist sie viel aktiver und ihre Geschichte wurde viel interessanter.
Da ich mich an den Schreibstil bereits gewöhnt habe und ja, daran muss man sich gewöhnen, kam ich diesmal leichter rein und wiedermal lag die Handlung/Ereignisse über den Beschreibungen, wobei es diesmal Stellen gab, die besser ausgeschmückt waren.

Am ersten Teil hatte ich ein paar Anmerkungen, aber der Abschluss hat diese wieder aufgehoben. Es ist mehr Spannung da, die Welt wurde näher beleuchtet und neue Orten kamen dazu, aber auch einige Fragen wurden beantwortet, was für mich wichtig ist. Trotzdem bleibt am Ende die Möglichkeit einiges zu interpretieren, es mit unserer Welt zu vergleichen und nachzudenken.



Mein Fazit bleibt, wie beim ersten Band: für jeden, der was ausprobieren will, sich nicht schnell abschrecken lässt und gerne entdeckt.



Link zum Buch hier.


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