Rezension zu Die Damen der Geschichte - 12 Dark Fantasy-Geschichten mit historischem Hintergrund


Männer glauben die Welt zu regieren, doch im Verlauf der Geschichte veränderten Frauen das eingefahrene Weltbild ihrer Zeit. Getrieben von Ehrgeiz und Passion bestritten sie Kriege, schufen Wunderwerke der Technik oder begeisterten mit ihren besonderen Talenten. Doch wer im Licht steht, wirft oft auch einen dunklen Schatten, in dem die düsteren Wesen der Nacht lauern. Vergessen Sie den Geschichtsunterricht. In diesem Buch erfahren Sie die Wahrheit über die Damen der Geschichte.

"Die letzten Strahlen der Abendsonne fallen auf die Oberfläche des Texcoco-Sees. Wie Blut glänzt es auf dem Wasser, als ob der Sonnengott selbst uns ein Omen schicken würde." - Seite 19 aus Du aus dem Schatten der Kaktusblüte


In diesem Buch wurden die Geschichten von berühmten Damen mit Fantasyelementen verändert, so treffen wir eine Borgia, eine russische Regentin, eine britische Mathematikerin und viele weitere bekannte Personen, die mir nicht alle auf Anhieb was gesagt haben.

Die erste Geschichte dreht sich um eine Borgia und eine Medici, die hier in einer uralten Fehde stecken, der, der Vampire und Werwölfe. Es ist eine Geschichte mit Pfeffer und zwei unterschiedlichen, aber starken jungen Frauen, die sich leicht und spannend las.

Danach folgt eine Kurzgeschichte mit einer mir unbekannten Person "Malinche" und hier wurde die Fantasy sehr leicht mit den Geschehnissen verwoben. Außerdem war sie so aufregend für mich gewesen, dass wenn ich an die Sammlung zurück denke, es die eine Geschichte ist, die hängen geblieben ist.

Bei "Mutterliebe" dreht es sich um eine folgenreiche Entscheidung, die die Regentin von Russland treffen muss und hier hat mir, unter anderem, die Sprache sehr gut gefallen, sie fühlte sich leicht und voll an, als auch die anhaltende Spannung.

Mit der nächsten Geschichte wird wieder eine starke Frau präsentiert, die berühmte Piratin Grace O'Mally und auch hier haben wir Spannung mit drin, nur das Ende kam für mich abrupt oder besser gesagt, ich hätte gern mehr "Fantasy" gehabt und auch mehr von dieser toughen Piratin!

In "Herrschaftsblut" haben wir einen kurzen Einblick in Maria Stuart auf ihren Weg zum Schafott mit einer interessanten fantastischen Wendung und Interpretationsraum. In wenigen Seiten, wirklich wenigen, wurde alles sehr anschaulich und mit Gefühl beschrieben, sodass ich da nichts anzumerken habe.

Bei "Wenn ich sprechen könnte" hat mich zugleich die Sichtweise fasziniert, aus der die unglaubliche Geschichte erzählt wurde, nämlich die eines Vogels. Ein Vogel, der Anna von Österreich gehörte, der Erzherzogin, die hier etwas grauenvolles und überraschendes anstellt...diese Geschichte hatte einige Überraschungen auf Lager!

"Ich bin nur ein alter einfältiger Vogel, der in seinem viel zu langem Leben viel zu viel gesehen und zu wenig gelernt hat. Mein Herz gab ich hin, als ich noch ein Küken war. Doch meine große Liebe ist nicht mehr. ich bin allein und alles, was mir geblieben ist, sind die Erinnerungen an ihre Qualen während ihres Strebens nach Glück." - S. 59 aus Wenn ich sprechen könnte

Eine Kurzgeschichte mit "Madame de Pompadour" darf natürlich auch nicht fehlen. Hier wurde die Fantasy sehr einfach reingebracht und es las sich interessant, nur konnte mich die Protagonistin nicht fesseln und auch zum Ende hin wurde ich nicht überrascht, es war vorhersehbar.


Die zwei darauffolgenden Geschichten "Oh düster träumt ich in der Nacht" und "Es war nicht ganz ein Traum", bauen aufeinander auf.

Die erste davon war mehr einleitend gewesen und trotz einigen Geschehnissen, eher ruhig erzählt, die Aufregung kam nicht ganz bei mir hoch, obwohl es um einen "Albtraumbringer" geht, der sich an Mary Shelley bindet.

Danach dreht es sich um Ada Lovelace, eine Mathematikerin, mir bis dahin unbekannt und es wurden interessante Verbindungen aufgebaut zu der vorangegangen Geschichte mit Ms. Shelley und in dem angenehmen Schreibstil fand ich mich sehr einfach zurecht.

Die darauffolgende Kurzgeschichte "Die Engel der Krim" wurde mit Action gefüllt und es ging mal um andere fantastische, aber grauenvolle Wesen, Ghoule! Die Seiten flogen hier nur so dahin und mit dem guten Tempo und der rasanten Handlung hatte ich viel Spaß gehabt.

In "Kalte Spiegel" haben wir eine ruhigere Geschichte mit geladenen Unterton, indem es um eine alternde Sissi, Elisabeth von Österreich, geht. Sie trifft auf eine sehr berüchtigte Vampirin, die ihr ein Angebot machen möchte. Das interessante hier war das Aufeinandertreffen dieser beiden bekannten Frauen gewesen und ihre Unterhaltung über die Schöhnheit und Ewigkeit. Es hatte mir gefallen, aber überzeugen konnte es mich nicht, denn es fehlte mir schlicht und einfach ein Knall. Auch in wenigen Seiten kann man einen Knall hinlegen.

"Seine Nase juckte. Kein gutes Zeichen! (...) Er betrachtete sich keinesfalls als prophetisches Medium. Aber es drohte immer Ärger, sobald seine Nase juckte. Daran bestand kein Zweifel!" - S. 149 aus Amelia

Huch, was war das für eine Geschichte gewesen? Nach sehr vielen historischen Frauenfiguren und Verknüpfungen mit Fantasy, hatte ich das hier nicht erwartet und es lies mich erstaunt und schlichtweg überrascht zurück.

Bei der letzten Geschichte dreht es sich um eine Amerikanische Flugpionierin, Amelia Earhart und ihrem Copiloten, welche auf einer Insel abstürzen - näher werde ich darauf nicht eingehen (!).

Diese Anthologie hat mir gut gefallen, allein schon von der Thematik her war es gleich ansprechend gewesen und es hat mir Spaß gemacht verschiedene Kurzgeschichten von berühmten Frauen zu lesen mit einer guten Portion Fantasy. Natürlich konnten mich nicht alle Geschichten vollkommen überzeugen, aber die Mehrheit ist es wert mal ein Auge auf das Buch zu werfen!





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Corinna Schattauer  -  Florentinisches Herz
Sabrina Zelezný  -  Du aus dem Schatten der Kaktusblüte
Fabian Dombrowski  -  Mutterliebe
Ivane Jakobs  -  Terra Marique
Cat Dolcium  -  Herrschaftsblut
Andrea Bienek  -  Wenn ich sprechen könnte
Tina Somogyi  -  Des Todes kleiner Bruder
Tanja Hanika  -  Oh düster träum ich in der Nacht
Nina C. Egli  -  Es war nicht ganz ein Traum
Markus Cremer  -  Die Engel der Krim
Isabel Schwaak  -  Kalte Spiegel
Detlef Klewer  -  Amelia

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