Buchvorstellung | Koreanische Literatur

Liebe Tiefseeleser,


hier findet ihr eine Liste von koreanischer Literatur, die ich im Rahmen meiner "AsianLIT" präsentiere. Diesen Monat geht es um die bewegenden Romane aus Südkorea, auf die man einen Blick werfen sollten.

Im folgenden habe ich Romane rausgegriffen, die ich selber gelesen habe und davon sind zwei auf Englisch. Ein Buch, dass nicht auf die Liste kam ist "Die Vegetarierin" von Han Kang, es liegt noch auf dem SuB.



Als Mutter verschwand von Kyung-Sook Shin

Sie wollte nur ihre erwachsenen Kinder in Seoul besuchen. Aber als sie mitihrem Mann am Hauptbahnhof in die überfüllte U-Bahn steigen will, passiertes: Mutter geht in der Menschenmenge verloren. Und sie bleibt spurlos verschwunden– obwohl die Familie natürlich alles tut, um sie zu finden. Die Suche zieht sich über Wochen und Monate hin und wird immer aussichtsloser.  Dabei wird sowohl ihren Kindern als auch ihrem Mann zum ersten Malbewusst, was diese Frau für sie alle war – und vor allem, wer sie eigentlichwar. Ein hinreißender, anrührender, ganz und gar ungewöhnlicher Roman über Mütter und Kinder, über die Verwerfungen zwischen den Generationenund über die alles überbrückende Kraft der Liebe.


I'll be Right There von Kyung-Sook Shin

Set in 1980s South Korea amid the tremors of political revolution, I’ll Be Right There follows Jung Yoon, a highly literate, twenty-something woman, as she recounts her tragic personal history as well as those of her three intimate college friends. When Yoon receives a distressing phone call from her ex-boyfriend after eight years of separation, memories of a tumultuous youth begin to resurface, forcing her to re-live the most intense period of her life. With profound intellectual and emotional insight, she revisits the death of her beloved mother, the strong bond with her now-dying former college professor, the excitement of her first love, and the friendships forged out of a shared sense of isolation and grief.

I Have the Right to Destroy Myself by Young-ha Kim


In the fast-paced, high-urban landscape of Seoul, C and K are brothers who have fallen in love with the same woman—Se-yeon—who tears at both of them as they all try desperately to find real connection in an atomized world. A spectral, nameless narrator haunts the edges of their lives as he tells of his work helping the lost and hurting find escape through suicide. Dreamlike and beautiful, the South Korea brought forth in this novel is cinematic in its urgency and its reflection of contemporary life everywhere—far beyond the boundaries of the Korean peninsula.  Recalling the emotional tension of Milan Kundera and the existential anguish of Bret Easton Ellis, I Have the Right to Destroy Myself achieves its author’s greatest wish—to show Korean literature as part of an international tradition. Young-ha Kim is a young master, the leading literary voice of his generation.

Der ferne Garten von Sok-Yong Hwang

Ein politischer Häftling wird 1999 nach 17 Jahren aus dem Gefängnis entlassen und von den lange verdrängten Erinnerungen eingeholt: an seine große Liebe, die Zeit der regimekritischen Aufstände und das Leben im Untergrund.

»Zuerst vergessen sie die Worte, dann die Gefühle, zuletzt verblassen die Erinnerungen.« Nach 17 Jahren politischer Gefangenschaft wird Hyunuh Oh 1999 in die Freiheit entlassen und muss sich nun in einem neuen, modernen und für ihn fremden Südkorea zurechtfinden. Er lebt zunächst eine Weile bei seiner Schwester, die über all die Jahre die Briefe seiner ehemaligen Geliebten, der Malerin Yunhi Han, für ihn aufbewahrt hat. Über die Erinnerung an sie mit den so lange zurückliegenden Ereignissen der 80er Jahre konfrontiert, begibt er sich schließlich auf eine Reise in die eigene Vergangenheit.

Der letzte Gisaeng von Hyun Su Lee


Der im Jahre 2005 erschienene und in Korea sehr erfolgreiche Roman der Autorin Lee Hyun Su handelt von der weiblichen ,Berufsgruppe‘ der Gisaeng, die man, ähnlich wie die japanischen Geisha, auf Deutsch als „Unterhalterinnen“ oder „Gesellschafterinnen“ bezeichnen kann. In der Vergangenheit (ihre Geschichte ist tausend Jahre alt) handelte es sich auch um Künstlerinnen, vergleichbar mit den „Hetären“ der griechischen und römischen Antike, gewandt in Musik, Tanz, Poesie und Gesang, aber auch in erotischen und sexuellen Künsten. Seit dem Ende des vergangenen Jahrhunderts ist dieses Metier wie auch sein Name im Verschwinden begriffen. Der Roman handelt von den durchaus lebensfähigen Resten einer aussterbenden Institution und ihres Personals, jedoch nicht als historische Erzählung, sondern als Vergegenwärtigung einer Gruppe eindrucksvoller Charaktere, die in einem „Gisaenghaus“ zusammen leben und arbeiten, lieben und streiten und deren Geschichten und Lebensanschauungen in all ihrer farbigen Vitalität erzählt werden, die auch Komik nicht ausschließen und vielfältige Einblicke in das Leben im vergangenen wie im heutigen Korea vermitteln.

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