Rezension zu Die Seelenspringerin - Abgründe von Sandra Florean

Nicht unsere Worte machen uns zu besseren Menschen, sondern unsere Taten
Tess verfügt über die unkontrollierbare Gabe, in das Bewusstsein übernatürlicher Wesen zu springen. Ein Albtraum für die junge Frau, da sie dabei Zeuge von Gewaltverbrechen wird, die sie jedoch nie verhindern kann. Mit einem Mal häufen sich die Sprünge und Tess ahnt, dass das kein Zufall sein kann. Sie vertraut sich dem Polizisten Jim an und hilft ihm schließlich bei der Aufklärung der Morde. Dadurch begibt sie sich so tief in die Welt der Übernatürlichen, dass sogar der Vampirgebieter Octavian auf sie und ihre Kräfte aufmerksam wird …
Unsere Protagonistin Tess hat es nicht so mit Männern. Nie weiß sie wann ihre Gabe durchkommt und ihr womöglich ein Date vermasselt. Nicht nur, dass sie somit einen ziemlich unansehnliche Seite von sich zeigt, weil sie vor sich hin redet und sich nicht unter Kontrolle hat. Nein, es ist auch belastend Gewaltverbrechen mit anzusehen und die Gefühle der erregten Täter dabei zu spüren.
Sie hat sich einigermaßen arrangiert, aber dann wird es schlimmer...

"Es war nicht ihr Körper, in dem sie steckte. Es war der eines Fremden. Dennoch spürte sie alles ganz genau: das Gewicht der Klingt in ihrer Hand, die kühle Luft auf der nackten Haut und die Erregung, die diesen Leib zitternd durchlief." 

Tess ist stark. Aufrichtig. Ein Frau mit Power und die zu sich selber steht, eine Charaktereigenschaft die ich sehr schätze bei Protagonisten. So sieht sie sich durch ihre Gabe als eine Andersartige und fühlt sich offen zugegeben zu solchen Wesen hingezogen. Besonders interessant wurde sich für mich durch ihre Gabe, da ich sowas noch nicht gelesen habe und die Szenen mit ihren Sprüngen, waren durch und durch spannend.

"Sie gehörten zu einem schlanken Vampir mit dunklem Lockenkopf und markanten Zügen. Er stand mitten in der zur Musik zuckenden Menge, als wäre sie nicht existent, und sah Tess an." 

Im ersten Band "Abgründe" tauchen mehrere Männer in ihrem Leben auf, wie Ryan. Ein Vampir.
Überraschenderweise ist er nicht groß, dunkel und strahlt eine gefährliche Dominanz aus. Er ist lieb, nett und kam mir manchmal wie der "Junge von Nebenan" vor. Am Anfang war ich skeptisch gewesen, aber ich stellte fest, dass er ein interessanter Typ ist und hab ihn letztendlich lieb gewonnen.
Neben ihm gibt es den sympatischen Polizisten, der versucht Tess zu unterstützen und den Vampiranführer Octavian, ein noch mysteriöser Charakter - hoffe von ihm mehr in der Fortsetzung zu hören!

Die Charaktere im Roman kann man sich leicht vorstellen, sie sind präzise und mit wenig Worten beschrieben und im Ganzen ist der Schreibstil locker, ohne viel Aufhebens war ich in der Geschichte drin gewesen und musste mitfiebern. Dazu kamen noch kurze packende Szenen, die sich zum Ende hin gehäuft haben. Oft habe ich mir dabei gedacht, dass könnte genauso eine Mystery Crime Serie im Fernsehen sein.
Die Spannung ist da, sie geht nicht kontinuierlich nach oben, dafür tauchen immer mehr Personen auf, sodass es interessant bleibt und man es nicht einfach aus der Hand legen kann.
Während des Lesens habe ich mir gewünscht mehr zu erfahren von den neuen Lebensumständen, jetzt wo es klar ist, dass es nicht nur Menschen auf der Welt gibt.
Als gelungen empfand ich die erotischen Szenen im Roman, da sie sich nicht vom Inhalt her wiederholt haben, was ich leider öfters antreffe.

"Es war eine unbändige, blutgierige Wildheit, die da für einen Moment in den Augen des Vampirs aufleuchtete. Die gleiche Wildheit, die sie manchmal in sich selbst fühlte."

Mein Fazit ist sehr eindeutig! Die Reihe muss ich weiter verfolgen. Es gibt einen Haufen unterschiedlicher Charaktere, besonders Männer und eine sympatische Heldin - es ließt sich wie eine aufregende Mystery Crime Serie und lässt bei mir ein Kopfkino abspielen.
Ein Romantasy mit Krimielementen und Aciton!




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