Rezension zu Bourbon Kings von J.R. Ward


Seit Generationen geben die Bradfords in Kentucky den Ton an. Der Handel mit Bourbon hat der Familiendynastie großen Reichtum und viel Anerkennung eingebracht. Doch hinter der glänzenden Fassade verbergen sich verbotene Liebschaften, skrupellose Machtspiele, Verrat, Intrigen und skandalöse Geheimnisse ...

"Der Nebel hing wie Gottes Atem über dem träge dahinfließenden Wasser des Ohio, und die Bäume am Ufer auf der Charlemont-Seite des River Road trugen so viele Schattierungen von Frühlingsgrün, dass man einen sechsten Sinn gebraucht hätte, um alle Farböte wahrzunehmen." - S. 9

Die Autorin J.R. Ward ist den meisten bekannt dank ihrer Black Blagger Brotherhoud Serie, die bereits in die zweite Generation gegangen ist unter Black Dagger Legacy.
Nun hat sie sich an Adult Romance versucht, so ganz ohne Fantasy und kann sie es? Definitiv ja.
Es war mein erster Roman aus dem Genre gewesen, dass mich bis jetzt kaum angesprochen hat und ich war völlig begeistert gewesen von diesem Buch, den Spannung und Drama, besonders Drama, wird hier ganz groß geschrieben.

Die selbstbewusste Lizzie King arbeitet für die Bradfords, eine Familie, die seit Generationen im Bourbonhandel ist und dadurch im Reichtum lebt, voller Glanz und Prunk.
Es ist die Zeit vor dem großen Event, dem Charlemont Derby, welches jährlich stattfindet und schlicht und einfach DAS Event ist.
Durch ein paar Umstände reist auch Lane Bradford ein, der sich seit zwei Jahren nicht mehr daheim hat blicken lassen, zur Freude von Lizzie, denn die Beiden haben eine schmerzliche Vergangenheit.

"Die Nachricht, dass er auf Easterly eintreffen würde, hatte die Macht gehabt, sie zu elektrisieren, und wenn er abreiste, war sie niedergeschlagen gewesen." - S. 89

Lizzie und Lane sind in erster Linie die Protagonisten des Buches und ihre Geschichte startet schon mit einer Reihe von alten Konflikten und auch Neuen. Neben ihnen gibt es noch viele weitere Charaktere unter den Bradfords und Freunden, die einiges zu bieten haben.
Da wäre einmal die Schwester von Lane, Virginia Elizabeth Bradford, die einen regen Männerverschleiß hat und als notorische Fremdgängerin gilt. Da lässt sich nicht leicht die Frage beantworten, von wem ihre Tochter ist.
Oder Edward Bradford, der seit einer Entführung nicht mehr der Selbe ist, seelisch, als auch körperlich und seit er seine Stellung in der Familie verloren hat dem Alkohol sehr zugeneigt ist. Und nicht zu vergessen die Frau von Lane...
Sie alle werden in dem Roman näher beleuchtet und bekommen einige Auftritte, bei dem man hofft bald mehr von ihnen zu lesen, denn zum Ende hin bleiben noch Fragen offen.

Neben diesen ganzen Personen mit ihren Problemen und dunklen Vergangenheit bringt die Autorin noch viel Dramatik mit rein, aber auch Intrigen und Mord finden noch Platz. Nach einem ruhigen Anfang überschlagen sich die Ereignisse und es ist die reinste Achterbahnfahrt nach oben.

Die Autorin schreibt ähnlich wie in ihren anderen Romanen, flüssig, mit genauen, nicht zu großen Beschreibungen und verwendet gerne Erinnerungen aus der Vergangenheit, die kursiv im Buch markiert sind. Bei den "Bourbon Kings" ist mir nun aufgefallen, dass die Atmosphäre nicht mehr so düster ist, auch wenn Gewalt bei ihr wieder ein Thema ist und sie sich mehr auf die Handlung konzentriert und es weniger Szenen "für Erwachsene" gibt, als ich es von ihr gewohnt bin.

"Bourbon Kings" ist ein atemberaubender Start im Adult Romance Genre von J.R. Ward. Die Autorin lässt den Leser kaum los und man wird mitgerissen vom Bradfordclan mit seinen unzähligen dunklen Geheimnisse, Intrigen und Betrügereien. Die über 500 Seiten lassen sich wie in einem Flug lesen und ich kann es kaum erwarten den nächsten Band der Reihe in den Händen zu halten!



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Rezension zu Meine Flucht aus Nordkorea von Yeonmi Park



Yeonmi Park träumte nicht von der Freiheit, als sie im Alter von erst 13 Jahren aus Nordkorea floh. Sie wusste nicht einmal, was Freiheit ist. Alles, was sie wusste war, dass sie um ihr Leben lief, dass sie und ihre Familie sterben würde, wenn sie bliebe - vor Hunger, an einer Krankheit oder gar durch Exekution. In ihrem Buch erzählt Yeonmi Park von ihrem Kampf ums Überleben in einem der dunkelsten und repressivsten Regime unserer Zeit; sie erzählt von ihrer grauenhaften Odyssee durch die chinesische Unterwelt, bevölkert von Schmugglern und Menschenhändlern, bis nach Südkorea; und sie erzählt von ihrem erstaunlichen Weg zur führenden Menschenrechts-Aktivistin mit noch nicht einmal 21 Jahren.

"In den Köpfen der Nordkoreaner laufen immer zwei verschiedene Geschichten ab, wie Züge auf parallel verlaufenden Gleisen. Eine ist das, was ihnen beigebracht wurde, die andere das, was sie mit eigenen Augen sehen." - S. 72

Meine Kenntnisse über Nordkorea beschränkten sich vor der Biographie auf eine Dokumentation über das Land, wo man die Unterdrückung und Gehirnwäsche erkennen konnte, das einfache Leben sah und die Leere in den Menschen. In dieser Biographie erfährt man mehr, viel mehr. Es nimmt einen mit und rührt einen zu Tränen.

Yeonmi Park erzählt ihr Leben in drei Abschnitten, Nordkorea, China und Südkorea. Ihr Leben fängt in Nordkorea an und wir erfahren viel über das Gesellschaftssystem und über die politischen Verhältniss. Die schrecklichen Lebensumstände in Nordkorea, als auch die systematische Manipulation eines ganzen Volkes wird aufgegriffen (unglaublich was sich da abspielt!) und Yeonmi Park erzählt es am Beispiel ihrer Familie sehr deutlich. Was bedeutet es von einem zum anderen Tag geächtet zu sein? Nicht zu wissen, wann man wieder was zu Essen hat? Oder immer wieder Leichen draußen am Straßenrand zu finden?
Sie flieht nach China und gerät in die Hände von Menschenhändlern, wo sie schließlich verkauft wird und hofft auf ein freies Leben in Südkorea. Ihr bleibt nichts übrig als wieder zu fliehen.

Ich werde nicht tief auf die Dinge eingehen, die ihr dort widerfahren sind, das nimmt zu viel bei dem Buch vorweg. So viel kann gesagt werden. Ihr Flucht aus Nordkorea bis Südkorea war nicht einfach gewesen, genauso wenig wie die Zwischenstopps auf ihrer langen Reise. Beim Start ihrer Reise wünscht sie sich nicht Freiheit, sondern, dass sie nicht mehr hungern muss und erst mit der Zeit lernt sie was Freiheit bedeutet, was es für sie persönlich bedeutet.
Wir lernen viel Neues und Interessantes kennen, nicht nur über das abgeschottete Land, sondern auch über China und wie es ist als Flüchtling in Südkorea zu leben.

"Und noch etwas lernte ich an diesem Tag. Jeder hat seine eigene Wüste. Sie mag ganz anders sein als meine Wüste, und doch muss jeder sie durchqueren, um einen Sinn im Leben zu finden und frei zu sein." - S. 295

Von der Sprache her hat es sehr gut gepasst, sie ist größtenteils einfach gehalten und mit der aufwühlenden Geschichte ist es eine sehr packende Biographie, die mir oft Tränen in die Augen getrieben hat. Ob ich ein sentimentaler Mensch bin? Ja. Bei Ungerechtigkeit und Verlust immer.
Sie beschreibt ihre Situationen mit einer klaren Nüchternheit und teilweise Naivität und daher liest sich das Buch nicht durch und durch in einer drückenden Atmosphäre (die gibt es manchmal - es ist eine schwere Kost), sondern spannend und interessant. Und dann war es bereits zu Ende und wir können nicht glauben, was alles geschehen ist.

">>Komm irgendwann an mein Grab und erzähl mir, dass der Norden und der Süden wieder vereint sind<<, sagte sie." - S. 76 - Großmutter zu ihrer Enkelin Yeonmi.

Eine einzigartige Lebensgeschichte einer jungen Frau und ihrem langem Weg zur Freiheit. Von einem kleinen Mädchen mit dem Traum nicht zu Hungern bis zu einer Frau, die nach Größerem strebt, sich traut zu träume und mit klaren Bildern eine bewegende Biographie erzählt. Aber auch einen interessanten und aktuellen Blick auf Nordkorea wirft, ein Land dessen ganzes Volk von der Außenwelt abgeschottet ist und nur mit Lügen und in Armut aufwächst.

"Auf den Straßen riefen so viele verzweifelte Menschen um Hilfe, dass man sein Herz verschließen musste, um den Schmerz zu ertragen. Nach einer Weile kann man einfach nicht mehr. So muss die Hölle sein." - S. 74 




Rezension zu Im Hause Longbourn von Jo Baker


Ein Millionenpublikum liebt Jane Austens Stolz und Vorurteil. Doch keiner weiß, was sich in Küche und Stall des Hauses Longbourn abspielt: Hier müht sich die junge Sarah mit Wäsche und Töpfen ab, immer noch hoffend, dass das Leben mehr für sie bereithält. Ist die Ankunft des neuen Butlers James ein Zeichen? Während Elizabeth und Mr. Darcy von einem Missverständnis ins nächste stolpern, nimmt in Longbourn noch ein anderes Liebesdrama seinen Lauf – denn James hütet ein großes Geheimnis.

Ein Roman in den man sich gut vertiefen kann, und auch genießen.

"Das Ankleidezimmer von Mrs Bennet; ihr Allerheiligstes und ihr Rückzugsort vor den Zumutungen des Familienlebens; ein mit prallen Polsters, Decken und Kissen, voluminösen Vorhängen und türkischen Teppichen ausgestatteter Raum; ein Durcheinander aus einmal getragenen Kleidern, au srangierten Umschlagtüchtern, Mäntel und Hauben; muffige Rosenblüten, gestreifte Tapeten, auf den Oberflächen ein Sammelsurium, bemalter Tellern und Kunsthandwerken aus Muscheln und Schnecken, angefertigt von den geschickten Händen ihrer Töchtern - und alles bereits im Stadium des Verfalls (...)" - S. 56

Die Autorin hat so viel Leben in die Geschichte eingehaucht. Greifbar und packend ließt sich das Leben der Dienstboten im Hause Longbourn. Die junge Sarah steht im Mittelpunkt und erlebt selbst eine Liebesgeschichte, während die Bennet Töchter ihre Abende auf Bällen verbringen. Aber auch ihre Liebe kommt mit Komplikationen und hin und her gerissen zwischen der weiten Welt und zwei Männern versucht sie ihren Weg im harten Alltag der damaligen Zeit zu finden.

Zuallerst wollte ich den Roman lesen, da er in Verbindung steht zu Jane Austens "Stolz und Vorurteil". Zu jedem Kapitelstart gibt es ein Zitat aus dem Original und so findet man Parallelen und es dient als eine Art Zeitangabe, man weiß wo man gerade in "Stolz und Vorurteil" ist/wäre.
Wir begegnen auch immer wieder den Figuren aus dem Klassiker und bekommen einen tieferen Einblick in ihr Leben. Es waren immer wieder schöne und interessante Szenen gewesen, denn die Autorin versteht es gut, sie authentisch wirken zu lassen und umzusetzen. Aber es hätte mir auch gut gefallen, wenn sie einen Charakter, Mr. Bennet, nicht angetastet hätte (kein Spoiler) - eine hinzugedachte Tatsache im Zusammenhang mit ihm wollte ich einfach nicht wahrhaben - er ist in meinen Augen unantastbar.

Die Protagonisten von Jo Baker waren spannend gewesen und sie hat einen gewissen Blick auf die Dinge der damaligen Zeit geboten, sodass ich mit großen Interesse immer weiter gelesen habe. Sie beschreibt eindringlich die schwierigen Arbeiten des Alltags und über das Leben als Dienstboten, im Hinterkopf immer die Bennets, die davon nichts zu wissen scheinen - oder wollen.
Ihr Sprachstil an sich hat mir gefallen, sie lehnt sich an die Sprache von Austen an, aber beschreibt einige Punkte viel bildlicher und lebendiger, was meine Vorstellung angeregt hat.

Sarah ist zunächst eine Mischung aus naiv und stur. Zu Anfang konnte ich sie schwer einschätzen, aber mit der Zeit wächst sie in die Rolle einer Protagonisten und gewinnt an Reife. Der mysteriöse James hatte es mir gleich von Anfang an angetan mit seiner Verschwiegenheit und Zerissenheit fand ich ihn aufregend und er brachte Dramatik mit sich.
Der Roman hat mich überrascht. Lebhaft, eindringlich, aber auch bequem und gelassen erzählt Jo Baker die Geschichte der Dienstboten und im Hintergrund finden Elizabeth und Mr. Darcy zueinander. "Im Hause Longbourn" ist nichts "nur" für Fans des Klassikers, sondern auch für alle Liebhaber von historischen Romanen.



Rezension zu Motte und Licht von Renée Ahdieh


Als Dienerin im Palast sieht und hört Despina einiges. Als sie durch einen Zufall die Gelegenheit bekommt, die neue Königin von Chorasan kennenzulernen, hofft sie, ihre Vertraute zu werden. Doch jemand anderes sucht ihre Nähe und beansprucht ihre Aufmerksamkeit: Jalal Azef al-Churi, General der Staatswache und Frauenheld. Obgleich Despina sich alle Mühe gibt, einen kühlen Kopf zu bewahren, kann sie sich seinem Charme nur schwer entziehen.
"Angeblich gelang es ihm allein durch geschmeidige Worte und leichtfertige Versprechen, dass einem Mädchen die Röcke herunterrutschten." - S. 12

Mit großer Begeisterung habe ich "Motte und Licht" gelesen, als von Fan René Ahdieh Serie und für alle, die sie nicht kennen, es lässt sich auch ohne Vorkenntnisse gut lesen.
Diese Kurzgeschichte spielt in der Zeit vor Shahrzads Auftretten und es geht hier nur um Despina und Jalal. Wir lernen den Start ihrer gemeinsamen Geschichte kennen und wie ihre Beziehung angefangen hat. Dazu kommt noch der tiefere Einblick in die beiden Charaktere, die Nebenrollen im ersten Band der Reihe von Renée Ahdieh spielen.

Jalal ist ein Frauenheld. Und wenn es in "Zorn und Morgenröte" noch nicht ganz klar ist, ist es hiermit bestätigt. Es ist keine Rolle die im aufgezwungen wird, es ist eine natürlich Art von ihm und nichts was er versucht zu verbergen.
Despina könnte man als frech bezeichnen, wobei sie meist weiß, was sie sagen kann oder nicht und ihre selbstischere Art passt wunderbar dazu. Sie ist ein authentischer und besonderer Charakter - ich war hin und weg von ihr!

Die knapp über vierzig Seiten verlaufen meistens ruhig, mit einer unterschwelligen Spannung und die Sprache der Autorin ist in erster Linie so schön, dass die Seiten vor mir davon flogen und zu kurz waren. Ich freue mich schon auf das nächste Buch der Hauptreihe, wo ich die Beiden wiedersehen werde.

"Als ein Strahl der Nachmittagssonne es traf, lockte der Lichtblitz Jalal zu ihr wie die Motte zum Licht." S. 21

Eine interessante Vorgeschichte aus der Welt von "Zorn und Morgenröte", wo wir einen tieferen Einblick in zwei spannende Nebencharaktere bekommen und es ist immer wieder aufregend und einfach schön in diese Welt einzutauchen.









Short Review zu Im Netz der Nacht von Libby Doh

Jila wächst in einer Welt auf, in der Träume überwacht werden können. Sie selbst arbeitet für das Unternehmen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat seine Kunden vor Albträumen zu beschützen. Eines Nachts taucht der gut aussehende Brix in ihrer Traumwelt auf und will ihr nicht mehr aus dem Kopf gehen. Es prickelt gewaltig zwischen ihnen und schon bald liegt sie in seinen Armen. Doch ist er das, was er zu sein scheint?

Short Review zu Fire & Dragon von Fee Latio

Eigentlich ist Fires Mission in der Menschenwelt ganz klar: Den Grund für das Aussterben der Drachen zu finden. Nie hätte sie damit gerechnet, dass ihr dabei ausgerechnet ein Mensch gefährlich werden könnte. Noch dazu ein eingebildeter Frauenheld wie Rockstar Dragon. Doch während zwischen Fire und Dragon heiße Funken fliegen, geht das Schicksal von Menschen und Drachen seinen ganz eigenen Weg.

Rezension zu Der Bruder des Königs von George R.R. Martin und Gardner Dozois


Jeder mag Schurken, dabei sind sie oft käuflich, handeln moralisch fragwürdig oder sind politisch inkorrekt. Und gerade deswegen stellen Schurken den eigentlichen Helden so häufig in den Schatten. Denn was wäre Star Wars ohne Han Solo oder Game of Thrones ohne Tyrion Lennister? George R.R. Martin und Gardner Dozois haben einundzwanzig Stories zusammengetragen – unter anderem von Patrick Rothfuss, Joe Abercrombie und Scott Lynch –, die sich den beliebtesten Charakteren aller Genres widmen: den Schurken.

Bei diesem Buch haben wir insgesamt 21 Kurzromane von namentlich bekannten Autoren, aus den verschiedensten Genres. Dabei konzentriert sich jeder auf das Thema "Schurke". Viele der Autoren haben es gut umgesetzt und ich fange die Rezension mit den Geschichten an, die mir gefallen haben und gebe eine kurze Meinung dazu ab. Ich muss zugeben, dass ich die Geschichten, dir mir nicht gefallen haben, zum Größten Teil abgebrochen habe, aber mehr später dazu.

Es gab Geschichten, die waren amüsant, die waren düster, rau oder schlichtweg faszinierend, so faszinierend, dass ich neue Autoren für mich entdeckt habe. Die Anthologie hat mich verleitet über meine Genres hinweg zu lesen und Neues zu entdecken, dabei zeigten sich viele Autoren von ihrer besten Seite.

Fangen wir mit der ersten Geschichte an von Joe Abercrombie "Harte Zeiten allerorten". Die Idee hinter der Geschichte war sehr amüsant zu lesen gewesen und das Thema Schurke wurde hier vollends aufgegriffen, denn man trifft in knapp 45 Seiten die verschiedensten Schurken, die alle hinter einem Gegenstand her sind. Ein durchtriebenes Spiel und für die wenigen Seiten, einige Wendungen!

Eine weitere Geschichte die ich zu "amüsant" eingeteilt habe, ist "Der Fall Petticoats" von Michael Swanwick. Gewitzt erzählt der Autor von seinen Schurken und ihrem Plan eines Verbrechens in einer Welt, die sich furchtbar interessant angehört hat und von der ich gleich mehr hören wollte. Menschen werden zombiefiziert um ihre Schulden abzuarbeiten? Können wieder zum Menschen werden? Und viele andere Fakten haben mich aufhorchen lassen. Dazu gehört auch noch, dass der Autor einen außerordentlichen Schreibstil und Sprache hat und immer diesen gewissen Humor rüberbringen konnte.

Zum Punkt außerordentlicher Schreibstil und Sprache gehört auch die Kurzgeschichte "Die Goldenen Zwanziger" von Carrie Vaughn. Sie konnte sehr gut den Flair dieser Zeit rüberbringen und hat darin noch eine Fantasyerzählung verwoben mit zwei Protagonistinnen zum anhimmeln. Allein das Setting war überzeugend, eine schwer auffindbare Kneipe, das Blue Moon, wo sich allerhand Schurken rumtreiben, nicht nur menschliche.

Sehr mitreißend liest sich die Fantasystory von Scott Lynch (meine erste Geschichte von ihm) "Ein Jahr und ein Tag im alten Theradane", wo Schurken gezwungen sich nach einer durchzechten Nacht aus ihrem Ruhestand zu tretten. Besonders toll fand ich die Truppe aus den verschiedensten Personen und ihre Zusammenarbeit - das Ende hat mich hoffen lassen, dass es eine Fortsetzung geben wird!

Überrascht war ich von "Liebe ist..." von Daniel Abraham, die sich am Anfang etwas schwer lesen lässt, aber seine Charaktere konnten einiges für mich raushauen und ich habe ein neues Lieblingszitat gefunden. Ein sehr tiefsinniges! (Scherz.)

"Liebe", murmelte Asa, "ist wie eine Taube, die auf die Menge scheißt." - "Wie das?" - "Wo sie landet, hat nichts damit zu tun, wer sie verdient hat." - S. 538

Der Autor Garth Nix wird hochgelobt und "Die Fracht aus Elfenbein" zeigt auch warum. Seine Story handelt von seinem bekannten Charakteren Sir Hereward und seinem Gefährten dem Magier Mister Fitz, der in einer verzauberten Puppe steckt. Wir lernen sie während eines Auftrags kennen, der letztendlich nicht so einfach endet wie sie gedacht haben. War klar. Und hier und da sickern interessante Informationen durch, die einen dazu verlocken seine Bücher zu lesen.

Inhaltlich in Ordnung und sprachlich gelungen war "Die Karawanne nach nirgendwo" von Phyllis Eisenstein. Kurz und bündig mit guten Beschreibungen wandern wir durch die Wüste und lernen seine Gefahren kennen - gerne hätte ich da mehr Tiefe gehabt und ein, zwei mehr Informationen.

Zwei weitere Top Storys sind auf jeden Fall "Wie der Marquis seinen Mantel zurückbekam" von Neil Gamain, eine Kurzgeschichte zu einer Figur aus "Niemalsland" - eins meiner liebsten Bücher und "Der Blitzbaum" von Patrick Rohtfuss. Beides zwei sehr verschiedene Autoren, die es aber gut verstehen schon nach wenigen Seiten, einen an das Buch zu ketten.

Die letzte Geschichte ist die von George R.R. Martin "Der Bruder des Königs", wie auch die Anthologie heißt. Nach so vielen wunderbaren Kurzgeschichten war diese einfach flach gewesen. Nett, könnte man noch sagen, aber nicht berauschend wie manch andere in diesem Band. Gefallen hat es mir, aber vielleicht wäre sie am Anfang besser gewesen und hätte nicht so einen unzufriedenen Nachgeschmack gelassen.

Zu denen die mir nicht so gefallen haben, es waren nur wenige gewesen und abgesehen von "Die unheimlichen Geschehnisse in Carterhook Manor" von Gillian Flynn und "Mit Pauken und Trompeten" von Bradley Denton habe ich keine abgebrochen. Was viel für mich bedeutet, da ich selten und meistens ungern über meine Lieblingsgenres hinauslese.
In der neuen Anthologie "Der Bruder des Königs" von Martin und Dozois findet jeder Leser eine Perle und eine leere Muschel. Es ist Unterhaltung für jeden geboten und auf jedenfall ein Blick wert.


- Tut mir Leid, dass die Rezension so lange geworden ist! Und Hurray! Du hast das Ende erreicht! -


Rezension zu Götterkriege 1 - Die komplette Saga von Richard Schwartz


Über Askir weht wieder die kaiserliche Fahne. Desina hat den Thron bestiegen, doch dieses Ereignis wird von einem schrecklichen Mord überschattet: Havald, der Mann, der nicht sterben kann, wurde getötet und sein Bannschwert Seelenreißer gestohlen. Nur wenn es zurückerobert wird, kann der Held Askirs aus seinem ewigen Schlaf erwachen. Nun brechen Leandra und ihre Freunde auf, um Havalds Mörder nach Illian zu folgen. Doch die Götter führen ihren eigenen, furchtbaren Krieg …

Richard Schwartz ist einer der gradiostesten Fantasyautoren aus Deutschland (für mich) und mit der Askir-Reihe hat er einen beeindruckenden High-Fantasy Serie geliefert. Die Götterkriege ist die Fortzsetzung dieser Reihe.
Für jeden Neueinsteiger hier: das wird nicht einfach. Selbst für mich, die Aksir vor einer gefühlten Ewigkeit gelesen hat, war es teilweise schwer gewesen am Anfang des Buches mich an so manche Dinge zu erinnern. Mit den ersten 100 Seiten war ich schließlich drin gewesen und konnte die knapp 1100 restlichen Seiten genießen. In meiner Rezension werde ich mich an den ersten Band "Die Rose von Illian" halten um nicht zu viel zu verraten und was zu der Sammelbandaufmachung an sich sagen.

Etwas was sich geändert hat in der neuen Reihe ist die Erzählerperspektive, besser gesagt von der Ich-Perspektive zur personalen Perspektive. Für meinen Teil, bin ich ein Fan davon die Geschichte aus der Sicht von mehreren Personen zu lesen, denn das verleitet mich immer wieder zum mitfiebern, wie auch hier!
Abgesehen davon ist man mit dem verschiedenen Charakteren mitgewandert und tiefer in die Welt abgetaucht, besonders interessant fand ich dabei die Beschreibungen der Orte - er kann es einfach.
Es ist aber auch viel, was hier einem geboten wird. Eine lange Reihe von Charakteren, Neue, als auch Alte, verschiedene Handlungsstränge, Orte und Ziele der einzelnen Personen. Zu Beginn erscheint es einem total komplex, aber mit jeder Seite lichtet es sich und man kann den Fantasyroman schließlich flüssig lesen.

Zu den Charakteren und der Story. Desina, Eule und Enkelin des Herrschers Askannon, ist nun Kaiserin von Askir und alles scheint nach Happy End auszusehen, aber da liegt Havald im Sterben und sein Schwert Seelenreißer, dass ihm ein langes Leben gab, ist gestohlen. Das Reich befindet sich immer noch in unruhigen Zeiten und die Geschichte geht nahezu nahtlos nach Abschluss von Askir weiter.
Schwertmajor Blix ist eine der Personen, aus dessen Sicht wir die Ereignisse erzählt bekommen und er hat eine wichtige Aufgabe erhalten, ein magisches Tor zur Kronstadt zu öffnen, damit die neue Kaiserin, den Anspruch auf ihren Thron bestreiten kann. Er ist ein sympatischer Charakter, von dem ich hoffe in den nächsten Bändern mehr zu erfahren und Richard Schwartz schafft es in die Szenen noch Humor einzubringen.
Im Allgemeinen sind die Charaktere sehr klar gestaltet, sie sind gut oder böse und verfolgen alle ein bestimmtes Ziel. Dafür ist alles drum herum viel komplexer und der Autor versteht es gut, den Leser von einer zur nächsten Seite mitzureißen und langsam eine sehr gute Spannung aufzubauen.

Es bleibt natürlich noch vieles offen und zum Glück konnte ich gleich im zweiten Band weiterlesen.
Mit über 1000 Seiten war es ein richtiger Schmöcker gewesen und das noch mit einigen wenigen Illustrationen, die dunkel und düster gehalten sind, mehr oder weniger passend zur Atmosphäre im Buch.
Die Aufmachung des Sammelbands ist anders, als das der Taschenbücher, denn das Buch ist Schwarz mit einem Bild in Kreisform und goldener Schrift, als auch Verzierung. Alles sehr ansprechend und es schreit nach "High-Fantasy". Dazu kommt noch, dass die Vorgängerreihe Askir ebenfalls in solchen "Komplett Bändern" erhältlich ist und die selbe Aufmachung besitzt. Kurz um, es macht sich sehr gut im Regal.
Ob es sich preislich lohnt? Ja. Denn ein Taschenbuch kostet 10,99 Euro und Die komplette Saga 1 gerade mal 20 Euro.
Mein Fazit. Unbedingt lesen. Besser noch in der richtigen Reihenfolge!

Um einen Überblick über Götterkriege-Reihe zu bekommen, besucht diese Seite und mit diesem Link kommt ihr zu dem ersten Band der Askir Reihe, die es ebenfalls als Sammelband zu kaufen gibt bei  Piper.




Neuerscheinungen im Januar ...

... auf die ich mich freue!


Glücklicherweise sind im Januar nur ein paar Neuerscheinungen dabei, die ich mir anschaffen würde. Ganz sicher werde ich mir den zweiten Band von Call of Crows holen und Angel Fall. Außerdem noch das neue Buch von Kai Meyer. Ob ich sie gleich lese oder sie auf den SuB kommen...mal sehen.

Rezension zu Mächtiges Blut - Nachtahn von Sandra Florean



Die junge Louisa wird seit einem Überfall von Angstzuständen geplagt und hat das Gefühl, ihr Leben nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Als sie den geheimnisvollen Dorian kennenlernt, ahnt sie zunächst nicht, was sich hinter seiner schönen und wohlhabenden Fassade verbirgt. Hartnäckig erobert er ihr Herz, doch schon bald gerät sie in die Fänge seiner Feinde: Vampire, die es auf sein einzigartiges, mächtiges Blut abgesehen haben.
Wird sie diese neuerlichen Schrecken überstehen oder wieder dem Alkohol verfallen? Vielleicht sollte sie sich lieber an den sterblichen Eric halten, der weit mehr für sie empfindet, als sie ahnt. Oder sollte sie Dorian vertrauen und in seine düstere Vampirwelt eintauchen, um für ihre Liebe zu kämpfen und hinter das Geheimnis seiner Macht zu kommen?

"Ich war völlig versunken in die Betrachtung ihrer Haut, fasziniert von der Erregung, die mich befiel, obwohl ich sie nicht einmal berührte." - S. 78

Louisa ist ein Charakter nach meinem Geschmack! Sie weiß, wie sie gut aussieht, sie muss sich nicht in hautenge kurze Kleider stecken und hat ein eindeutiges Selbstbewusstsein und trinkt gerne etwas zu viel. Leider hat sie aber seit einem Überfall Angstzustände und ihr Alkoholkonsum wird zum Problem ... und nun steht sie noch zwischen zwei Männern! Ein authentisch gezeichneter Charakter mit Problemen, die mir auf Anhieb sympatisch war und mitfühlen lässt.

Einer dieser Männer ist Dorian, ein mächtiger und älterer Vampir, der von Louisa hin und weg ist, seitdem sie ihn abblitzen lies. Er ist ein gefährlicher Charakter mit unglaublich starken Kräften und hat mich oft zum Lachen gebracht mit seiner Art und dem selbstironischen Humor. Die Szenen aus seiner Sicht haben mir sehr gut gefallen und sie waren das reinste Vergnügen.
Einerseits ist er ein typischer Charakter: gefährlich gutaussehend und reich, aber sein Humor, seine Zweifel an sich selbst und seine Liebe zu Louisa, die so einfach beschrieben wurde, hat ihn für mich Besonders gemacht.
Nebenbei besitzt Dorian einen Butler, der den perfekten Sidekick abgibt.

"Das war das, wonach ich mich all die Jahrhunderte, gesehnt hatte." - S. 75

Zu der Story kann ich sagen, sie ist anders, denn Dorian muss erstmal um Louisa bangen und sie richtig umwerben. Dazu kommt noch das Thema mit seinem Vampirdasein, wie soll er ihr das erklären?

Es stehen einige Hindernisse zwischen ihnen, Feinde tauchen, es wird gekämpft auf und man merkt, wie die Beiden aus diesen Geschehnissen zu einem realistischen Paar zusammen wachsen. Besonders gelungen finde ich die Chemie zwischen Dorian und Louisa und freue mich, dass es weitere Bücher über sie gibt und man erfährt, wie es weiter geht.

Wie ich bereits in meiner Rezension zu ihrer anderen Serie "Die Seelenspringerin - Abgründe" erwähnt habe, punktet der Schreibstil bei mir durch seine Einfachheit und präzisen Beschreibungen. Es ist einfach in die Handlung einzutauchen und der Roman besitzt verschiedenen Sichtweisen und Perspektiven, was meine Interesse immer oben hielt und abwechslungsreich war.

Ein gelungener Reihenauftakt mit Vampiren und einigen aufregenden Szenen, sei es von den Protagonisten oder den nicht so rechtschaffenen Blutsaugern. Spannung, Liebe und Action werden hier einem geboten mit authentischen und humorvollen Charakteren und definitiv eine Empfehlung!



Weitere Bände:
2. Bluterben: Nachtahn
3. Gefährliche Sehnsucht: Nachtahn
4. Blutsühne: Nachtahn

Link zur Autorenseite HIER.


Rezension zu Die Seelenspringerin - Abgründe von Sandra Florean

Nicht unsere Worte machen uns zu besseren Menschen, sondern unsere Taten
Tess verfügt über die unkontrollierbare Gabe, in das Bewusstsein übernatürlicher Wesen zu springen. Ein Albtraum für die junge Frau, da sie dabei Zeuge von Gewaltverbrechen wird, die sie jedoch nie verhindern kann. Mit einem Mal häufen sich die Sprünge und Tess ahnt, dass das kein Zufall sein kann. Sie vertraut sich dem Polizisten Jim an und hilft ihm schließlich bei der Aufklärung der Morde. Dadurch begibt sie sich so tief in die Welt der Übernatürlichen, dass sogar der Vampirgebieter Octavian auf sie und ihre Kräfte aufmerksam wird …

Meine Top 10 Comics - 2016


Meine Lieben,



passend zu meinen Bücherhighlights gibt es auch meine liebsten Comics aus dem letzten Jahr.
Die Reihenfolge und Nummerierung soll kein Ranking darstellen! Hier ist außerdem noch der Link zu den Top 10 Büchern aus 2016. Viel Spaß beim stöbern!

Meine Top 10 Bücher - 2016

Meine Lieben,

zum Start ins neue Jahr gibt es meine Highlights aus 2016, wobei ich Bücher und Comics getrennt habe. Sonst hätte ich mich so gar nicht entscheiden können. Hier findet ihr meine Comic Highlights und jetzt, viel Spaß beim stöbern!