Rezension zu Die Magier seiner Majestät von Zen Cho


Zacharias Wythe hat mehr als ein Problem. Nicht genug damit, dass er sich als frisch ernannter »Königlicher Magier« mit mordlustigen Neidern auseinandersetzen muss – auch die Quelle seiner Macht, die Magie Englands, droht zu versiegen, und niemand weiß, warum das so ist. Alarmiert reist Zacharias ins Feenland, um dem mysteriösen Magieschwund auf den Grund zu gehen. Unterwegs trifft er auf die junge Waise Prunella Gentleman, die ihn mit ihrer schlagfertigen Art und ihrem magischen Talent bezaubert. Doch Prunella hütet ein Geheimnis, das die gesamte Magie Englands auf den Kopf stellen könnte …

Die Geschichte fängt mit den kleinen Jungen Zacharias an und seiner beeindruckenden Macht, die er verstaubten, eingebildeten englischen Magiern demonstriert und plötzlich machen wir einen Zeitsprung zum Erwachsenen Zacharias. Etwas plötzlich und überraschend werden wir in die Geschichte geworfen, den es ist viel in den letzten 18 Jahren passiert!
Aus dem schüchternen Kind ist ein verkrampfter Mann geworden, der mit einer schweren Last leben muss. Hat er seinen Ziehvater umgebracht? Was ist in der Nacht des Todes vorgefallen?
Und nicht nur, dass er viele Feinde hat, seit er den Stab des königlichen Magiers besitzt, die Magie verschwindet aus England.
Zacharias schwimmt gegen einen Strom und muss sich oft mit aller Kraft durchsetzen, da trifft er noch auf die eigenwillige Prunella Gentleman und seine Probleme nehmen zu.
Für die damalige Zeit ist Prunella eine etwas außergewöhnliche Frau, mit ihrem dunklen Teint und Schlagfertigkeit, aber auch durch das überaus große magische Talent in ihr. Abgesehen davon dürfen Frauen gar keine Magie wirken.
Wiederum hat sie eher den Wunsch einen reichen Mann zu heiraten, als sich ihren Studien hinzugeben. Was sonst in einem fiktiven England des 19. Jahrhunderts!
Eine Frau braucht eine Ehemann und dazu noch einen Reichen. Mit dem Auftreten von Prunella Gentleman nimmt die Spannung zu und die Handlung rollt nur so vor sich hin, sie bringt einen frischen Wind herein.
Die beiden Protagonisten geraten oft aneinander und schlittern von einem Problem/Ereignis ins nächste, nicht zu vergessen, das jemand es auf Zacharias Leben abgesehen hat.

">>Meine liebe junge Dame!<< Diese Form der Anrede wäre bei jedem anderen Herrn, der so jung und gut aussehend war wie Mr Wythe, impertinent gewesen. Doch sein Betragen verriet, dass er sich dieser Eigenschaften auf höchst putzige Weise nicht bewusst war - er sprach ganz und gar wie ein Mann, der glaube, er habe seine besten Jahre hinter sich und bei Flirts keinerlei Chancen -, was bei Prunella den ununterdrückbaren Drang zu kichern auslöste."  - S. 112

Das Setting im Roman ist das viktorianische England, voller Magie und einer undurchsichtigen Magiergesellschaft. Neben einer Einführung in die Gesellschaft, einigen Bällen und Anstandsbesuchen, tauchen gefährliche Magier auf, Freunde aus entfernten Reichen und Wesen aus dem Feenland, die mit ihrem Temperament für Chaos sorgen.

"Magie lag in der Luft, jeder ihrer Atemzüge schien von einer grünlichen Nebelaura umgeben. Prunella war, als stünde sie am Ufer eines Meeres aus Magie und sehe, wie sich eine Riesenwelle aufbaute, ehe sie sich am Gestade brach."  - S. 203

Auf der Rückseite des Buches steht: "Wie ein Roman von Jane Austen - nur mit einer Prise Magie!"
Ja, die Sprache der Autorin hat mich durchaus an den teilweise schwierigen Stil von Austen erinnert und es gehört zu den Dingen, die man mögen muss, sonst tut man sich schwer damit. Für mich als Fan der Austen Romane war es amüsant zu lesen gewesen, den überall steckt ein Funken Humor und Leichtigkeit.
Zum Thema Liebe muss ich aber sagen, da ist ja nicht wirklich nennenswert. Die Liebe bewegt sich immer am Rand der Handlung, ganz weit hinten und wartet geduldig darauf aufzutauchen. Sie erscheint auch, aber typisch für einen Roman im Stil von Jane Austen, ganz züchtig.
Es wird viel Wert auf die Handlung selbst gelegt und auf das Thema Magie so finden sich viele Verirrungen und Charaktere im Buch wieder und Geheimnisse müssen gelüftet werden.
Zum Abschluss lässt sich sagen, dass es sich um einen amüsanter Start einer neuen Fantasyreihe handelt, mit einer etwas anderen Sprache und Art. Das viktorianische Setting und die verschiedenen Charaktere konnten mich überzeugen und das Thema Magie wird hier, zu meiner Freude, groß geschrieben. Es ist deutlich mehr als "eine Prise".


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