Rezension zu Die Heilerin von San Marco von Marina Fiorato


1576. In Venedig bricht die Pest aus. Der amtierende Doge glaubt, dass die Krankheit Gottes Strafe für das dekadente Leben der Venezianer ist und sieht nur einen Ausweg: Er lässt eine Kirche bauen, die größte, die es je gegeben hat. Aber in Venedig ahnt noch niemand, dass der Schwarze Tod an Bord eines Schiffes aus Konstantinopel in die Stadt kam – und dass die junge Heilerin Feyra die Einzige ist, die die Lagunenstadt noch retten kann. Aber alleine kann sie es nicht schaffen ― sie benötigt die Hilfe von Annibale Carson, dem berüchtigten Pestarzt. Doch hinter seiner furchteinflößenden Maske verbirgt sich ein Mann, der Feyra vor die größte Herausforderung ihres Lebens stellt.
Nach langer Zeit habe ich wieder einen historischen Roman beendet von der wunderbaren Marina Fiorato und bin begeistert von ihrem wunderbaren Schreibstil, der einen zum Träumen über Venedig einlädt.

Erster Satz des Buches: "Sebastiano Venier, der Doge von Venedig, blickte mit Augen, die so aufgewühlt waren wie das Meer, aus seinem steinernen Vierpassfenster."


Die Autorin entführt uns in ein lang vergangenes Venedig und ihr Schreibstil ist nicht nur detailgetreu, sondern auch malerisch und sie zaubert wunderbare Szenenbilder, die man gerne zwei mal ließt. Ihr Roman ist gut recherchiert und man erfährt viele interessante Dinge über die damalige Zeit und verschiedenen Kulturen. Besonders interessant empfand ich das Thema "Pest", welches ausführlich erklärt wird, verschiedenen Heilmethoden, Aberglaube und die Auswirkungen. Nebenbei baut sie eine spannende Handlung auf, die langsam steigt.

Was mich ebenfalls gepackt hat, waren die authentischen Charaktere, die wir antreffen.
Da haben wir einmal die Protagonistin Freya, die schöne und selbstbewusste Muselmanin, die durch einige Wirrungen in Venedig landet, wo gerade die Pest ausbricht. Am Anfang lernen wir sie, ihre Geschichte und ihre Welt kennen, bevor es auf Reisen geht. Sie ist eine starke Frau, eine Ärztin und steht im Mittelpunkt der Handlung.
Neben ihr steht der Vogelmann, Pestarzt, Annibale Carson. Ein harter und sehr gutaussehender mit dem sie schnell aneinander gerät, weil ihre Methoden und Kenntnisse über die Körpersäfte des Menschen verschieden sind. Er ist der jungen Frau schnell verfallen und auch sie ihm, aber eine Muselmanin, eine andere Religion, wie kann er so eine Frau heiraten?
Außerdem treffen wir Personen an, die es in Wirklichkeit auch gab und zu denen ich schon früher viel gelesen habe. Meiner Meinung nach hat sie die gut recherchiert, besonders Andrea Palladio und als Liebhaber seiner Baukunst war es eine Freude gewesen ihn in einem Roman zu treffen!
Der Roman wurde sehr gut recherchiert und die Autorin verwebt alle Details wunderbar mit ihren Charakteren, sodass man sich nicht erschlagen fühlt von all den historischen Fakten. Man verliert sich schnell in Venedig und Konstatinopel und wir erleben noch eine zarte Liebesgeschichte zwischen den Protagonisten. 


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